Archiv für xSÜNDEr: Fast ein Tagebuch

xSÜNDEr: Patti, die FastENDE

Vorher-Nachher. Aber Vorsicht: Nach dem Fasten ist vor dem Fast-Food.
Jä, jo, seufzt der Basler.  Jojo, seufzt Frau Basler.patti_vorher_nachher


Es ist vollbracht. Der Palmsonntag wedelte im frühlingshaft grünen Kleid das Ende der Fastenzeit ein. Meine Weltanschauung darf nun endlich wieder satirisch werden. Die letzten 40 Tage war sie so unpraktisch anorektisch.
Die letzten Tage hätten ein Fasten-Fest werden sollen, mein Körper eine Fasten-Festung, gewässsert, gegossen, schlank und rank wie eine Zierpflanze im Wassertank. Der Wassertrank liess mich auch tatsächlich vegetieren. Aber die Bewusstseinerweiterung kraft Speisezettelverschmälrung blieb aus.
Mein Gelegenheitslover, der Zahnarzt, zwang mich gezuckerten Vitaminsaft zu trinken, bevor er zur Sache ging. Er wollte verhindern, dass ich umkippte, wenn er seine grosse Spritze auspacken und mir mit voller Wucht ins geschundene Zahnfleisch rammen würde. Das Gegenteil war der Fall. Die Spritze wirkte nicht und ich schlug beim ersten Bohrerkontakt den neuen Zahnarztstuhl in Trümmer. Nachdem er dann zwei weitere Ladungen abgespritzt hatte, kam es endlich. Das Flash. Glückseligkeit. Der Mund blieb 24 Stunden taub.
Und danach: Das grosse Fressen. Das Fastenbrechen. Fressen bis zum Fast-Erbrechen.


37. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26kg
Zum leiblichen Wohl: Wasser
Zur Leibesertüchtigung: Rücken-, Bauchmuskulatur-Training
Sünden: Der Schönheitsschlaf dauerte bis in die Mittagsstunden

38. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib: 25kg
Zum leiblichen Wohl: Wasser, etwas Amalgam aus der alten Zahnfüllung
Zur Leibesertüchtigung: Rücken-,Bauchmuskulatur, Kampfsport im Zahnarztstuhl.
Sünden: Mein alljährlicher Oralsex mit dem Zahnarzt, der mehr und mehr sado-masochistische Züge annimmt.

39. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib: 24,5kg
Zum leiblichen Wohl: Wasser
Zur Leibesertüchtigung: Rücken-, Bauch-, Bein-, Walking- (aber ohne Gehhilfen), und Velotraining. Quasi ein Triathlon mit Trockenschwimmen
Sünden: Ich fluchte, weil die Wasserkur gar nichts brachte und ich freute mich aufs Essen. Träumte von Kartoffeln und Teigwaren und überhaupt.

40. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib: 24kg
Zum leiblichen Wohl: ESSEN. Richtiges, feines, göttliches Manna. Griechischer Salat, direkt vom Olymp! Feta-Käse! Oliven! Wahnsinn! Erdbeerjoghurt! Ratatouille! Tomatensauce!
Zur Leibesertüchtigung: Magen- und Darmmuskulatur übrstrapaziert. Das Monstrum von Home-Trainer, das die Nachbarn im Keller stehen haben, eigenhändig 4 Stockwerke nach oben geschleppt und während Giaccobo & Müller immer feste getreten.
Sünden: Die Sünden liegen vor allem in der Zukunft. Freuen wir uns auf die Ostereier und den liebgewonnenen, alten Jojo-Effekt. En Guete.

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xSÜNDEr mit Patti: FAST EiN TAGEBUCH 12

fasten_301Die Wasserkur

Beat Schlatter hat gerade mal 10Kilogramm abgenommen und das war den grössten Tageszeitungen des Landes eine Schlagzeile wert. Weichei. Nächste Woche werde ich mein Fastenopfer beenden und mehr Kilogramm verloren haben als die SP Wähleranteile. Trotzdem werde ich noch so aufgeblasen und übergewichtig sein, wie diese andere Partei. Nur dass ich zwischen meinem S und meinem P kein Volk, sondern nur schwabblige Manipuliermasse habe. Zugegeben, der Unterschied ist minim.
Was haben mir doch nicht all die gelegentlich fastenden Hausfrauen und Lifestyle-Tussis (Männer hatte es interessanterweise keine dabei) erzählt: Nach drei Tagen komme das High, es sei spirituell, meditativ, eine Bewusstseinerweiterung. Bisher habe ich herzlich wenig davon verspürt. Bisher habe ich auch nicht wirklich gefastet, sondern mich lediglich flüssig-vegan, kohlenhydrat- & eiweissfrei ernährt.
Wenn ich mich schon quäle, will ich aber zumindest den Rausch. Heute beginnt meine Wasserkur. Erlaubt ist: Wasser. Wasser mit Kohlensäure, Wasser mit Aroma, ungesüsster Tee, ungesüsster schwarzer Kaffee und vielleicht nehme ich noch Coke zero dazu.  Ein bisschen Lifestyle muss sein.

Ich melde mich, sobald ich das Flash verspüre. Schliesslich sind die wilden Jahre mit illegalem Drogenkonsum vorbei. Mal schauen, was die Gesundschrumpfung diesbezüglich zu bieten hat.

35. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26kg
Zum leiblichen Wohl: egal, was es war, es war zu viel.
Zur Leibesertüchtigung: Rücken, Bauch, Beine trainiert
Sünden: Auch Gemüse kann man zu viel essen

36. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26kg
Zum leiblichen Wohl: Gemüsesuppe mexikanisch
Zur Leibesertüchtigung: Rücken, Bauch, Beine
Sünden:
Irgendwie habe ich die Lust am Fasten verloren. Ich will was zu beissen. Ab morgen gibt’s Wasserkur.


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xSÜNDEr mit Patti: FAST EiN TAGEBUCH 11

fasten_3011 Fragen an eine Fastende, die mit ihrem Fastenlatein fast am Ende ist

1. Ist es nicht nur am Anfang schwer und dann immer leichter?
Das einzige, was leichter wird, ist mein Körpergewicht. Ich esse gerne. Ich liebe den Duft von frisch gebackenem Holzofen-Bauernbrot. Der Verzicht auf Verkostung desselben fällt mir bei jedem Mal schwerer.
2. Ist Fasten meditativ?
Etwa so meditativ wie der immer flüssiger werdende Stuhlgang.
3. Hast du keinen Hunger?
Hast du keinen Verstand? wäre die einzig vernünftige Gegenfrage darauf. Natürlich hab ich Hunger. Aber das haben Millionen anderer Menschen auch. Im Gegensatz zu mir jedoch unfreiwillig. Kein Grund für Mitleid also.
4. Fastet der Bärtige auch mit?
Menstruiert er mit mir? Teilt er mein PMS? Enthaart er sich die Beine? Wird er dereinst mit mir Presswehen ausstehen? Die Antwort ist: Nein.
5. Schlägst du aus der Familie, dass du so dick geworden bist?
Mein Vater ist Landwirt und verbraucht pro Tag ca. 6000 Kilokalorien. Meine Mutter und meine Schwestern fasten bereits, seit sie nicht mehr an der Schoppenflasche hängen. Ich habe mich ernährungstechnisch leider immer an meinem Vater orientiert.
6. Trinkst du nur Wasser?
6 Wochen lang? Würde ich das überleben? Ich bin eine arbeitende, studierende, haushaltende, schreibende, aktive Person. Noch lebe ich.
7. Fasten und gleichzeitig aufhören zu rauchen, geht das?
Es muss wohl. Was wäre schon ein Fasten, wenn man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben wollte und die eine Sucht mit der anderen substituierte? Katholischerweise müsste ich sogar noch auf ganz andere Genüsse verzichten.
8. Fastest du aus spirituellen Gründen oder willst du auch abnehmen?
Diese Frage an eine 100kg-Frau gerichtet ist etwa genauso überflüssig wie ihre 35kg Übergewicht.
9. Hast du wirklich eine Darmspülung gemacht?
Heisse ich wirklich „on tour“ mit Nachnamen?
10. Macht es dir nichts aus, den anderen beim Essen zuzuschauen und selber nichts zu essen?
Sie mussten mir wohl auch genügend oft beim Essen zuschauen, während sie nichts assen. Sonst wäre es nicht so weit gekommen.
11. Ist es geschickt, während des Fastens Engagements anzunehmen, bei denen die Verpflegung Teil der Gage ist?
Nein.

28. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Gibt es eigentlich irgendein Gemüse, das sich nicht zu Suppe verkochen liesse?
Zur Leibesertüchtigung: Brav morgens und abends mein Rücken- und Bauchmuskulaturtraining absolviert.
Sünden: Teigschüssel ausgeleckt

29. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26,5kg
Zum leiblichen Wohl: Rohkost mit Essig
Zur Leibesertüchtigung: Bauch-Rücken-Beine: Ich hab da ja Muskeln, vo denen ich gar nichts wusste …
Sünden: Nebst Essig ist mir das eine oder andere Tröpfchen Olivenöl auf die Salatblättchen gerutscht.

30. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26 kg
Zum leiblichen Wohl: Saft, Früchte und zuckerfreie Masse (Pudding oder Crème-Ersatz)
Zur Leibesertüchtigung: Mein neu aufgenommenes tägliches Bauch- und Rückentraining
Sünden: Lifestyle-Weight-Watchers-Dessert-Produkte gehören, wenn auch kalorienereduziert, nicht unbedingt in die Fasten-Palette …

31. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26kg
Zum leiblichen Wohl: Salatbuffet …
Zur Leibesertüchtigung: B.-R.-Training, schweisstreibendes Unterrichten samt Elterngesprächen
Sünden: Indische GemüseCREME-Suppe. Mhhh. In Indien wäre dies bestimmt keine Sünde. War schliesslich kein Rindfleisch drin.

32. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 25,5kg
Zum leiblichen Wohl: Siehe Sünden
Zur Leibesertüchtigung: B.-R.-Training, Beschwerliche Reise aufs Land
Sünden: Was soll man denn bitteschön anderes tun, als sich zu versündigen, wenn man eine kulinarische Reise moderiert und liest und der 6-Gänger Teil der Gage ist?

33. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 25,5kg
Zum leiblichen Wohl: Bouillon, Salat, Apfelcurrysuppe
Zur Leibesertüchtigung: B.-R.-Training, zu Bett bringen (d.h. erstmal eine halbe Stunde Fangis spielen) von Neffe und Gottimädchen. Die Ausdauer von Kindergärtlern ist ncht zu unterschätzen!
Sünden: Hab für meine Verwandtschaft gekocht und musste natürlich probieren …

34. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 25kg
Zum leiblichen Wohl: siehe Sünden
Zur Leibesertüchtigung: B.-R.-Training
Sünden: siehe zum leiblichen Wohl

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xSÜNDEr an EQUINOX II: Slam Poetry

fasten_30_equix1Für Tagesbilanzen von Tag 20 – Tag 24 bitte HIER klicken!

Gestern war Frühlingsanfang mit Sonne und Schnee, heute ist Equinox, Tagundnachtgleiche; Tag und Nacht halten sich die Waage. Meiner Waage fällt die Arbeit täglich leichter. Fast Fastenhalbzeit. Equinox, die Band, hat ihre CD getauft. Als Gotti durfte ich meinen Senf dazu reimen und die Bandgeschichte in Form von Slam-Poetry erzählen:
(Teilweise nur für Insider verständlich, bitte laut und schnell lesen!)

Bandgeschichte von EQUINOX

Biit
gimme the Biit, Biit
gimme the Biit, Biit
gimme the Biit, Biit

Sie singt,
sicher, silberhell, es klingt
wie flüssiger Mond-schein-t
wie die So- ne -tte Sonette,
Du-, Quar- und Quintette,
sie sang,
es klang
so jung, so schön
so-lo?

So locker schwang er die Hüfte,
Dickli -ch war er nie,
Kaugummikauend kannte ihn Die Clique ,
nannte ihn Kau-Boi,
treu
wie ein Pudel und genauso gelockt
lockt er geschickt
Töne aus der Pia
und dem Pia-no-ch ist er zu haben.

Diese Gaben
Talente, erkannten sie,
waren DMS, Diplom- Musik-Schule-Bekannte,
bekannten und taten sich zusammen,
zum Katzenjammer-jammen,
kammer-Musikalisch Muskeln anspannen

Sie duettierten sich,
verirrten sich,
stiegen hoch, sangen und sanken tief
auf Hochzeiten,
um auf der Plüschbank die Ewige Liebhudelei
mit Gedudel
zu begleiten,
eigene Liedzeilen zu bestreiten
war ein Ziel-sicher
war der Blick
von Dick-lieber als alles machte er Musik
mit Biit Bereut-er-es?

Tut er nicht,
denn man verspricht,
verschreibt sich dem Rock,
dem folk, dem Blues.
Freedom’s just another word for nothing left to lose
,
nothing but the Biit, sang Biit
von Bobby,
später mit Robby
an der Seite und an den Saiten,
Saitenmassierend,
bassistierte Ti-na-ch und nach entstand,
fand sich,
und verband sich
eine Band.
Happy End?

Noch nicht,
noch sorgten sorgenvolle Texte
dafür, dass man Bier exte
und in pathetischer Em-Pa-Thie
das erste Publikum verhexte,
bevor man Segel Richtung Süden setzte.

Dort ankerte, schlank und rank
auf einer Sandbank
die adriatische Barkasse,
Ein Boot gemacht
aus Tag und Nacht,
Equinox, 12 Stunden Schlaf,
danach 12 Stunden wach,
krass,
lachende Gestalten durchwachten die Nacht,
machten Kalbereien und sich spasseshalber nass!
Ach! Equinox, als Name, das wär doch was!

Ein Boot bot sich an als Bootschaft,
in Seenot schafft
man vieles gemeinsam,
gemein sangen die sirrenden Sirenen,
doch einsam dagegen
sang ein kec-ker-Stone in der Brandung!

Dann die Landung,
die gelang und
ein Vogel sang,
damit die Kasse klang, und
die Sammlung
von Hits und Gigs am Mike
machte musikalisch-schöne Töne
und als Master of Disaster
rast er
wie ein Vater für die Söhne
an Konzerte,
masterte
und meisterte Bass
und Mathias,
Pia-no und Pio-noch an der Klampfe,
Hänys Schlagzeug-Gestampfe,
Hahnen-Kämpfe
gab es nicht,
schlicht, Aus
-tritte,
bitte,
bleibt doch noch im Boot,
doch noch ist Equinox nicht tot,
segelt ins Abendrot
und findet Nord-Licht am Horizont,
an der gegnerischen Front,
denn als wäre es ein Freud’scher:
der Rettungsanker war ein Deutscher.

Carst-endlich eine nord-seebär-brummende Base,
das ist Casi
eine Basis, quasi
auf der das immer schwimmende Boot
nicht zu sinken droht,
dröhnend, fehlt jedoch noch ein Pochen, ein Puls,
der tönend zwingt,
der Blut zum Kochen und die Groopies zum lachen
oder stöhnen bringt.

Frischer Wind,
Vento
fresco,
Franco, Francesco
wie Rotbart
Lorusso, harrt er hart am Wind,
ohne Teutonen-Gehabe,
nicht einfach ein Schwabe,
nein einer mit einer Schlag-Hand-Habe-Gabe

But there is still no CD
jedoch ein hoch vergrippter High Grip Sidi
kein Abdel Assar von El Hama,
kein Drummer,
es ist Sidi ed-El-Krasser-E-Gitarre-Schrammer.
Der Hammer als Jammer
und ein Traum für jeden Poetry-Slammer

Dann ging es DownTown
zu downdown-en weich verhandelten sie
verwandelten sie
die Klänge und Gesänge,
wie das keinem andern Bär
so Lüc-kenlos famos
für wenig Moos
gelänge

Die Tour fuhr,
die Ton-Spur
führte nicht in versiffte Pubs,
man Dampfschiffte
und KiFFte
sich durch Kultur- und
Promi-Clubs,

Schwupps,
fischen wir,
erwischen wir,
mitten in der Rede,
eine CD
aus dem Nebel,
setzen alle Hebel
in Bewegung,
denn nun kommt die heutige Musik-Szenen-Belebung!
Musik spült an unsere Gestade
und beendet die Maskerade,
So nicht,
Sonne, Mond zeigt euer Gesicht!

Bisher stumm,
das Publikum,
ihr habts erraten,
ihr seid heut Sauf- und Taufpaten,
Erster Maat in Wort und Taten,
mit euch, nicht mit irgendeinem gemeinen Gesocks,
mit euch
taufen wir Equinox
saufen wir im Ex-Inox,
denn Equinox zog’s ins Ex-Inox,
in der Nacht vor der TagundNachtgleiche
und wir weichen
hier als Gast nicht,
bevor der Mast bricht.
Noch steht der Mast, fliesst der Most,
frisst noch nicht der Rost,
noch ist das Glück uns zugelost,
Noch findet jeder, der gern staunt, im Sound Trost,
doch gleich ist die Sau los,
und bevor der Applaus tost,
stosst an, im Namen des Godfathers of Music!
EQUINOX tauf ich dich
getrost,
und dann besauf ich mich.
Pr
ost!

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xSÜNDEr an Equinox: FAST EiN TAGEBUCH 10

fasten_30_equix20. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 29 kg
Zum leiblichen Wohl: Scheussliches Grünzeugs
Zur Leibesertüchtigung: 15 Minuten auf dem Rücken gelegen wie Gregor Samsa. Die Sit-ups wollten einfach nicht kommen.

Sünden
: Siehe Leibesertüchtigung

21. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 28,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Salat und Rüeblisuppe
Zur Leibesertüchtigung: Kampfschlitteln gegen meine Schüler.
Natürlich habe ich gewonnen. Manchmal sind 28 Kilo zuviel eben gerade richtig. Der Gravitationskraft sei Dank!
Sünden: Die Bedienung im Bergrestaurant meinte es durchaus ernst, als sie mir höflich rahm-freie Rüeblirahmsuppe und saucen-losen Salat anbot. Sie konnte gewiss nichts dafür, dass „rahm-frei“ einfach „ohne 1/4-Liter Schlagrahm obendrauf, aber mit viel ungeschlagenem Rahm drin“ bedeutet und dass die beiden hübsch gestalteten Gwürzflaschen (V= Vinaigre, O =Oel?) falsch beschriftet waren. So kriegte ich für einmal Fett satt, statt mein Fett weg.

22. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib: 28kg
Zum leiblichen Wohl: Garantiert rahmfreie Gemüsepappesuppe

Zur Leibesertüchtigung:
Der Muskelkater miaute mir kläglich aus dem Hintern und verbot mir jeglichen Sport
Sünden:
Statt mein Referat vorzubereiten, bestritt ich Privatfernsehsender-Sendungen

23. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 27,5kg
Zum leiblichen Wohl: Zur Feier des Tages und weil ich meiner Nase und Blase etwas bittere Kost gönnen wollte, gab es Spargeln mit Magerjoghurt-Sauce. Himmlisch. Höllisch hingegen der Gestank beim Urin-Ausschank …
Zur Leibesertüchtigung: Wieder meinen Drahtesel geritten
Sünden: Siehe Leibesertüchtigung, ersetze „Draht“ mit „Bärtigen“ (der ist übrigens auch drahtig, der Bart des Bärtigen und der Bärtige selbst wird immer drahtiger. Es fastet fast mit. Nur fast). Eigentlich bin ich eine gute Katholikin.

24. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 27kg
Zum leiblichen Wohl: Keine Zeit, nur Coca light
Zur Leibesertüchtigung: Hin mit dem Velo, rein in die Uni, Referat gehalten, raus aus der Uni, zurück mit Velo, hin mit Velo, Hauptprobe, zurück mit Velo, hin mit Velo, rauf auf die Bühne, ruter von der Bühne, zurück mit Velo
Sünden: Ein Danemann-Sweet Stümpli. I didn’t inhale. Und stolz war ich, eitel. Totsünde

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xSÜNDEr mit Patti: FAST EiN TAGEBUCH 9

fastenpatti351xsunder16. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 30,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Saft
Zur Leibesertüchtigung: 15 Minuten auf dem Velo

Sünden
: „Sie Frau Lehrerin, darf ich mein Znüni noch fertig essen?“- „Nein“ – „Aber …“ – „Nichts aber. Ich will weder ein Lebensmittel sehen, riechen noch jemanden kauen hören.  Sonst gibt’s Arrest. Und wer von Essen spricht, kriegt auch Arrest. Und überhaupt haltet ihr bis Ostern am besten euren Mund!“


17. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 30 kg
Zum leiblichen Wohl: Gemüsesuppe, 3 Liter Hahnenburger, Tee
Zur Leibesertüchtigung: Manche Frauen meinen, sie seien multi-tasking-fähig. Sie telefonieren beim Tramfahren, lesen gleichzeitig und verpassen die Haltestelle. Dafür dürfen sie dann zu Fuss zurück. Glück gehabt.

Sünden
: Ich habe etwas „RAMA- rein pflanzliches, kalorienreduziertes Rahmersatzprodukt“ in die Suppe gekippt. Ich konnte einfach nicht widerstehen.

18. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib: 29,5kg
Zum leiblichen Wohl: Cherrytomätchen und Erdbeerscheibchen mangels entsprechendem Saft.

Zur Leibesertüchtigung:
Mit dem Velo zum Lift. Lift defekt, da in der Mitte stehengeblieben, weil einige Jugendliche ihn zwecks Liftparty angehalten haben. Velo abgestellt, zu Fuss Berg hinan in die Stadt. Zug verpasst, Spaziergang. Mit dem Zug in die nächste Stadt. Die Schwangere holt uns netterweise ab. Party beim Güüggi (der Güüggi ist Psychologe und Saxophonist und heisst eigentlich Güggenberger).
Zu Fuss in die nächste Stadt zurück. Keine ÖV. Schweineteueres Taxi bis zum Velo. Mit dem Velo nach Hause. Blasen an den Füssen.
Sünden:
Die primitiven Scheiss-Weiber (Die Mami und die Schwangere, beide ohne Männer angetrabt) lachen mich aus. Was? Du fastest? Hihi! Schau mal, dieses Tiràmisu, das schmeckt! Mhhhm! aber deine Erdbeeeren und Tomätchen sind auch nicht zu verachten! Ou, du armes.. Haben wir die jetzt deine halbe Tagesration weggefuttert?
Ich hab die Mami und die Schwangere verflucht und zum Teufel gejagt, samt demTaxifahrer, dem Bärtigen (mit seinem horrenden Marschtempo) die Schuhfabrikanten, Gott, die Welt, den Güüggi, welcher mich psychoanalisieren wollte. Beim Fasten verliert man nicht nur Kilos, sondern auch Freunde.

19. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 29kg
Zum leiblichen Wohl: Ich war dieses Wochenende an 4 Partys (klein, familiär, man sitzt am Tisch, isst, isst, isst, trinkt viel Alkohol und raucht dann und wann eine.) Ich blieb hart. Fastend. Fast. Der kalten Gemüsesuppe konnte ich nicht widerstehen, obwohl sie Kartoffeln enthielt.
Zur Leibesertüchtigung: Spazieren mit Blasen an den Füssen. Busse für die Kartoffeln.
Sünden: Suppe mit Kartoffeln. Welch ein Genuss!

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xSÜNDEr mit Patti: FAST EiN TAGEBUCH 8

fastenpatti351xsunder1
13. Tag

Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 31 kg
Zum leiblichen Wohl: Süppli und Salötli
Zur Leibesertüchtigung: Ein Modeljob auf dem Hometrainer. Bilder folgen.

Sünden
: Lasziv Milch getrunken. Aber Vorsicht: Milch macht magere Mädels mollig!
.
.
.
14. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib: 31kg
Zum leiblichen Wohl: Gurkensaft, Gurkenscheiben, Wasser
Zur Leibesertüchtigung: 20 Minuten spazieren. Wenig. Aber immerhin.
Sünden: Lektüre eines kulinarischen Buches mit  naschliessenden erhöhten Speichelfluss.

15. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 30,5kg
Zum leiblichen Wohl: Suppe und Salatblättchen (siehe Sünden)
Zur Leibesertüchtigung: Kampftippen, um endlich die Seminararbeit zu beenden
Sünden: Es sind nun zwei Wochen, seit ich mit Fasten begonnen habe. Es war also höchste Zeit für den berühmt-berüchtigten bulimischen Fressanfall.  Er kam. Und wie!  Eine halbe Ananas, zwei ganze Kiwis samt Stachehaut, ein Liter Gemüsesuppe, der vom Mittag übrig war, ein ganzer Becher Magerjogurt und ein Liter reiner Fruchtsaft gaben sich die Ehre.  Ein solch volles Haus hatte mein Magen schon länger nicht mehr. Ich tröstete mich damit, dass eine einzige Portion Pommes mehr Kalorien hat und ging völlig reinen Gewissens, buss- und sündenfrei zu Bett, wo ich träumte, in einer riesigen Schüssel Fruchtsalat kläglich zu ersaufen.

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xSÜNDEr mit Patti: FAST EiN TAGEBUCH 7

fastenpatti351xsunder1
9. Tag

Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 31,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Gemüsesaft. Wääk.
Zur Leibesertüchtigung: Ausrede: Immer noch intensive Rückenschmerzen
Sünden: Tatsächlich vor Schmerzen 1 Stunde Schule ausfallen lassen. Weichei?
.
.

10. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib: 31,5kg
Zum leiblichen Wohl: Kenne inzwischen jeden Saftladen der Stadt …
Zur Leibesertüchtigung: Hmm ..
Sünden: Müssiggang ist aller Laster Anfang.
11. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 31,5kg
Zum leiblichen Wohl: Suppe aus Biotta-Saft. Die einzige Möglichkeit, das Zeugs runterzuwürgen.
Zur Leibesertüchtigung: Powershopping.
Sünden: Im Kino ein Säftli MIT Zucker getrunken.
12. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 31kg
Zum leiblichen Wohl: Rohkost-Salätchen
Zur Leibesertüchtigung: Spazieren. Mindestens eine Dreiviertelstunde.
Sünden: 10 Tassen Kaffee bei der Mutter des Bärtigen.  Die hatte Geburtstag und es gab Kuchen, Chips, Torte, Guetsli, Schoggi. Für mich gab’s Kaffee. Immerhin ….

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xSÜNDEr mit Patti: FAST EiN TAGEBUCH 6

fastenpatti351xsunder18. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib
: 31,5 kg

Zum leiblichen Wohl
: Saft, Saft, Saft
Zur Leibesertüchtigung: Nichts, aber
dabei gelitten wie ein Schwein.
Sünden: Keine Sünden, aber Vergeltung. Abbitte. Busse. Strafe. Für mein frevelhaftes Falafel gestern. Der Rücken hat mir gemeldet, dass auch ein 32-Kilo-Rucksack eindeutig zu schwer ist.  Zumal er nicht am Rücken hängt.

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xSÜNDEr mit Patti: FAST EiN TAGEBUCH 5

fastenpatti351xsunder1
7. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib
: 32,5 kg

Zum leiblichen Wohl
: Rohkost in Form von saucenfreien grünen Salatblättern (und siehe Sünden)
Zur Leibesertüchtigung: Velo gefahren, auf den Zug gesecklet, in der Schule herumgesecklet, (Sie Frau Lehrerin, was riecht hier so stark? Mein Deo.  Warum? Ohne würd’s noch stärker riechen, darum.) den Schülern hintendrein gesecklet, dur Züri dur gesecklet, nach Hause, Schuhe aus, auf die Waage, Blog-Post reinhämmern, bevor der Bärtige schnarcht, denn dann kann ich nicht einschlafen. Uff.

Sünden: Frevel, Tod und Teufel! Nie habe ich ein einziges, sündhaftes Falavel-Kügelchen in so viele kleinste Teile zerlegt. Himmlisch! Höllisch hingegen war die Blonde. Sie häufte sich den Teller voll mit den köstlichsten Speisen, asiatisch Gewürtzem, Gebackenem, Frittiertem und Geschmortem.
Stört es dich? fragte sie leicht spöttisch, ich habe nämlich heute auch gefastet, weil ich mich so freute mit dir essen zu gehen, haha, und dir beim Zuschauen zuzuschauen.  Dumme Sau wäre angebracht gewesen. Doch es war ein Vegi-Restaurant.

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