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Adventskalender

Bald klingen wieder keine Blogger-Glocken süsser als Pattis emPattische nimmer-SATt-tIeRISCHE Adventsbeiträge. Dieses Jahr wirds multimedial. Zur Einstimmung empfehle ich die Lektüre des letztjährigen Adventskalenders. Bitte jeweils laut mitsingen.
Gute Unterhaltung. Und nicht vergessen: Nur noch 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 Mal schlafen.

ADVENTSKALENDER  2008


1. Türchen

2. Türchen

3. Türchen

4. Türchen

5. Türchen

6. Türchen

7. Türchen

8. Türchen

9. Türchen

10. Türchen

11. Türchen

12. Türchen

13. Türchen

14. Türchen

15. Türchen

16. Türchen

17. Türchen

18. Türchen

19. Türchen

20. Türchen

21. Türchen

22. Türchen

23. Türchen

24. Türchen

Ende

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33 und kein bisschen originell

Ich habe eine Identitätskrise. Einfache Gemüter würden dies natürlich sofort mit meinem nahenden 33sten Geburtstag in Verbindung bringen, welcher am Muttertag stattfindet, ausgrechnet, und die biologische Uhr tickt etwas lauter an solchen Tagen.
Doch das ist nicht der Grund. 33 Jahre lebte ich im Glauben originell zu sein. Um jetzt einsehen zu müssen, dass ich eine billige Kopie bin. Oder noch schlimmer, dass ich kopiert werde. Unwissentlich natürlich, denn woher sollten sie mich kennen, all jene, die es gleich, aber irgendwie doch besser zu machen scheinen?
Michèle Roeten, hervorragende Kolumnistin, drischt dreist in dieselbe Bresche wie ich. Wie oft schon setzte ich mich an mein Laptop mit einer wunderbaren Idee, surfte aber noch kurz durch’s Magi, und da sah ich ihren Text. Sie hatte mir frech mein Thema geklaut und damit auch noch Erfolge verbucht. Immehin verrät sie in ihrer Kolumne, dass sie eine Schaffenskrise bei ihrer Liz-Arbeit habe. Sie, die immerhin dieselben Nebenfächer an derselben Uni studiert wie ich. Recht geschieht ihr. Hoffentlich kann sie in Bälde auch keine Kolumnen mehr schreiben.

Dann wäre da Max Küng, der andere Magi-Kolumnist. Etwas verschroben, aber liebenswert. Macht gerade mal eine 5-Tägige Fastenkur und schreibt drüber einen Artikel, als ob’s ein Wunder sei. Klaut mir meine Terminologie von wegen Fastenopfer. Phah! Mit meinen 40 Tagen kann er nicht mithalten. Ich dafür mit seinen 40 000 Lesern nicht.
Immerhin bin ich doch herkunftsmässig ein Originl. Eine Bauerntochter. Ein Landei. Wie beispielsweise Mona Vetsch. Oder Renzo Blumenthal.  Sogar diese Nische ist also bereits besetzt.

Meine übergewichtige Behäbigkeit kann ich auch nicht ausspielen.  Mike Müller macht das weit besser. Oder die Cindy von weiss ich nicht wo, die mit künstlichem Fettgewand und plattem Humor ein Olympiastadion zum Brodeln bringen kann.  Mit tatkräftiger Unterstützung von deutschen Privatsendern.

Wenigstens beim Cabaret könnte ich auftrumpfen. Als schrullige Professorin oder verklemmte Hausfrau. Aber ach: Alles schon gehabt. Acapickles und Duo Fischbach sind auch langsam vorbeit. Und was Slam Poetry angeht: In Szene-Kreisen wird sie bereits zu Grabe getragen und dieBadener haben einen Publikums-Preis-Poeten. Auf mich haben sie nicht gewartet.

Nun schreibe ich also weiterhin meine wenig beachteten Blogposts, moderiere Blasmusikkonzerte in Hinterpfupfiken und jammere über verpasste Chancen.

Vielleicht sollte ich doch ein Kind machen. Das ist zwar auch nicht sonderlich originell, aber zumindest kopiergeschützt. Ich frag mal den Bärtigen, was er dazu meint.

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PoTschaft des Tages 1

pot_patti_on_tourManche Frauen lassen sich eine künstliche Kupferspirale in die Gebärmutter setzten.
Andere tragen einen natürlichen Seismographen in der Harnblase.
Die spürens im Urin(-stinkt).
Zumindest beim Beben.
Eben.

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Fräulein Pattis Gespür für Erdbeben

03.55
Ich bin nicht übermässig abergläubisch. Die einzige übersinnliche Erscheinung, an die ich glaube, bin ich selbst. Denn ich spüre Erdbeben voraus. Nicht oft, denn ich erlebte noch nicht viele. Nicht oft, aber jedes Mal wenn’s bebte in meiner Nähe.  Nicht wetterfrosch-schmöckerisch, wie die vom Muotatal.
Ubewusst. Unterbewusst. Lustig eigentlich, dass Unterbewusstsein und Übersinnlichkeit, ein verbales Gegensatzpaar sondergleichen, sich so sonderbar nahe stehen.
Fräulein Pattis Gespür für Erdbeben äussrt sich ganz und gar undramatisch. Es hat dieselben Symptome wie exzessiver Kaffeekonsum. Schlaflosigkeit, erhöhter Puls, Wachträume von der verpassten Kabarett-Karriere wegen verspäteter Eingabe eines Kulturprojekts bei der Komission. In dieser Phase ahne ich noch nichts.

Doch dann kommts. Der Herzschlag tanzt Chachaccha. In den Zehen beginnt ein seltsames Kribbln, welches sich über den Unterleib bis zu den Haarwurzeln ausbreitet. In diesem Moment weiss ich es: Es wird ein Erdbeben geben. Und ich warte darauf, sehne, rufe, erbettle es herbei, damit es schnell vorüber gehen möge, denn man weiss ja  nie, und Italien ist nicht weit, und sogar in der Schweiz sind die Häuser nicht für die Ewigkeit gebaut. Einige Sekunden später rollt das Grollen heran, der Boden unter den Füssen wird mir weggezogen, die Erde rüttelt und schüttelt sich, ich zittere wie Espenlaub, mein Puls rast. Stärke 3, Richterskala. Das Jüngste Gericht.
Vorbei.
Überlebt.

Die Welt leidet an Parkinson. Und epizentrisch, wie ich bin, bilde ich mir ein, (mit-) schuld daran zu sein.

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xSÜNDEr an EQUINOX II: Slam Poetry

fasten_30_equix1Für Tagesbilanzen von Tag 20 – Tag 24 bitte HIER klicken!

Gestern war Frühlingsanfang mit Sonne und Schnee, heute ist Equinox, Tagundnachtgleiche; Tag und Nacht halten sich die Waage. Meiner Waage fällt die Arbeit täglich leichter. Fast Fastenhalbzeit. Equinox, die Band, hat ihre CD getauft. Als Gotti durfte ich meinen Senf dazu reimen und die Bandgeschichte in Form von Slam-Poetry erzählen:
(Teilweise nur für Insider verständlich, bitte laut und schnell lesen!)

Bandgeschichte von EQUINOX

Biit
gimme the Biit, Biit
gimme the Biit, Biit
gimme the Biit, Biit

Sie singt,
sicher, silberhell, es klingt
wie flüssiger Mond-schein-t
wie die So- ne -tte Sonette,
Du-, Quar- und Quintette,
sie sang,
es klang
so jung, so schön
so-lo?

So locker schwang er die Hüfte,
Dickli -ch war er nie,
Kaugummikauend kannte ihn Die Clique ,
nannte ihn Kau-Boi,
treu
wie ein Pudel und genauso gelockt
lockt er geschickt
Töne aus der Pia
und dem Pia-no-ch ist er zu haben.

Diese Gaben
Talente, erkannten sie,
waren DMS, Diplom- Musik-Schule-Bekannte,
bekannten und taten sich zusammen,
zum Katzenjammer-jammen,
kammer-Musikalisch Muskeln anspannen

Sie duettierten sich,
verirrten sich,
stiegen hoch, sangen und sanken tief
auf Hochzeiten,
um auf der Plüschbank die Ewige Liebhudelei
mit Gedudel
zu begleiten,
eigene Liedzeilen zu bestreiten
war ein Ziel-sicher
war der Blick
von Dick-lieber als alles machte er Musik
mit Biit Bereut-er-es?

Tut er nicht,
denn man verspricht,
verschreibt sich dem Rock,
dem folk, dem Blues.
Freedom’s just another word for nothing left to lose
,
nothing but the Biit, sang Biit
von Bobby,
später mit Robby
an der Seite und an den Saiten,
Saitenmassierend,
bassistierte Ti-na-ch und nach entstand,
fand sich,
und verband sich
eine Band.
Happy End?

Noch nicht,
noch sorgten sorgenvolle Texte
dafür, dass man Bier exte
und in pathetischer Em-Pa-Thie
das erste Publikum verhexte,
bevor man Segel Richtung Süden setzte.

Dort ankerte, schlank und rank
auf einer Sandbank
die adriatische Barkasse,
Ein Boot gemacht
aus Tag und Nacht,
Equinox, 12 Stunden Schlaf,
danach 12 Stunden wach,
krass,
lachende Gestalten durchwachten die Nacht,
machten Kalbereien und sich spasseshalber nass!
Ach! Equinox, als Name, das wär doch was!

Ein Boot bot sich an als Bootschaft,
in Seenot schafft
man vieles gemeinsam,
gemein sangen die sirrenden Sirenen,
doch einsam dagegen
sang ein kec-ker-Stone in der Brandung!

Dann die Landung,
die gelang und
ein Vogel sang,
damit die Kasse klang, und
die Sammlung
von Hits und Gigs am Mike
machte musikalisch-schöne Töne
und als Master of Disaster
rast er
wie ein Vater für die Söhne
an Konzerte,
masterte
und meisterte Bass
und Mathias,
Pia-no und Pio-noch an der Klampfe,
Hänys Schlagzeug-Gestampfe,
Hahnen-Kämpfe
gab es nicht,
schlicht, Aus
-tritte,
bitte,
bleibt doch noch im Boot,
doch noch ist Equinox nicht tot,
segelt ins Abendrot
und findet Nord-Licht am Horizont,
an der gegnerischen Front,
denn als wäre es ein Freud’scher:
der Rettungsanker war ein Deutscher.

Carst-endlich eine nord-seebär-brummende Base,
das ist Casi
eine Basis, quasi
auf der das immer schwimmende Boot
nicht zu sinken droht,
dröhnend, fehlt jedoch noch ein Pochen, ein Puls,
der tönend zwingt,
der Blut zum Kochen und die Groopies zum lachen
oder stöhnen bringt.

Frischer Wind,
Vento
fresco,
Franco, Francesco
wie Rotbart
Lorusso, harrt er hart am Wind,
ohne Teutonen-Gehabe,
nicht einfach ein Schwabe,
nein einer mit einer Schlag-Hand-Habe-Gabe

But there is still no CD
jedoch ein hoch vergrippter High Grip Sidi
kein Abdel Assar von El Hama,
kein Drummer,
es ist Sidi ed-El-Krasser-E-Gitarre-Schrammer.
Der Hammer als Jammer
und ein Traum für jeden Poetry-Slammer

Dann ging es DownTown
zu downdown-en weich verhandelten sie
verwandelten sie
die Klänge und Gesänge,
wie das keinem andern Bär
so Lüc-kenlos famos
für wenig Moos
gelänge

Die Tour fuhr,
die Ton-Spur
führte nicht in versiffte Pubs,
man Dampfschiffte
und KiFFte
sich durch Kultur- und
Promi-Clubs,

Schwupps,
fischen wir,
erwischen wir,
mitten in der Rede,
eine CD
aus dem Nebel,
setzen alle Hebel
in Bewegung,
denn nun kommt die heutige Musik-Szenen-Belebung!
Musik spült an unsere Gestade
und beendet die Maskerade,
So nicht,
Sonne, Mond zeigt euer Gesicht!

Bisher stumm,
das Publikum,
ihr habts erraten,
ihr seid heut Sauf- und Taufpaten,
Erster Maat in Wort und Taten,
mit euch, nicht mit irgendeinem gemeinen Gesocks,
mit euch
taufen wir Equinox
saufen wir im Ex-Inox,
denn Equinox zog’s ins Ex-Inox,
in der Nacht vor der TagundNachtgleiche
und wir weichen
hier als Gast nicht,
bevor der Mast bricht.
Noch steht der Mast, fliesst der Most,
frisst noch nicht der Rost,
noch ist das Glück uns zugelost,
Noch findet jeder, der gern staunt, im Sound Trost,
doch gleich ist die Sau los,
und bevor der Applaus tost,
stosst an, im Namen des Godfathers of Music!
EQUINOX tauf ich dich
getrost,
und dann besauf ich mich.
Pr
ost!

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xSÜNDEr an Equinox: FAST EiN TAGEBUCH 10

fasten_30_equix20. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 29 kg
Zum leiblichen Wohl: Scheussliches Grünzeugs
Zur Leibesertüchtigung: 15 Minuten auf dem Rücken gelegen wie Gregor Samsa. Die Sit-ups wollten einfach nicht kommen.

Sünden
: Siehe Leibesertüchtigung

21. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 28,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Salat und Rüeblisuppe
Zur Leibesertüchtigung: Kampfschlitteln gegen meine Schüler.
Natürlich habe ich gewonnen. Manchmal sind 28 Kilo zuviel eben gerade richtig. Der Gravitationskraft sei Dank!
Sünden: Die Bedienung im Bergrestaurant meinte es durchaus ernst, als sie mir höflich rahm-freie Rüeblirahmsuppe und saucen-losen Salat anbot. Sie konnte gewiss nichts dafür, dass „rahm-frei“ einfach „ohne 1/4-Liter Schlagrahm obendrauf, aber mit viel ungeschlagenem Rahm drin“ bedeutet und dass die beiden hübsch gestalteten Gwürzflaschen (V= Vinaigre, O =Oel?) falsch beschriftet waren. So kriegte ich für einmal Fett satt, statt mein Fett weg.

22. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib: 28kg
Zum leiblichen Wohl: Garantiert rahmfreie Gemüsepappesuppe

Zur Leibesertüchtigung:
Der Muskelkater miaute mir kläglich aus dem Hintern und verbot mir jeglichen Sport
Sünden:
Statt mein Referat vorzubereiten, bestritt ich Privatfernsehsender-Sendungen

23. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 27,5kg
Zum leiblichen Wohl: Zur Feier des Tages und weil ich meiner Nase und Blase etwas bittere Kost gönnen wollte, gab es Spargeln mit Magerjoghurt-Sauce. Himmlisch. Höllisch hingegen der Gestank beim Urin-Ausschank …
Zur Leibesertüchtigung: Wieder meinen Drahtesel geritten
Sünden: Siehe Leibesertüchtigung, ersetze „Draht“ mit „Bärtigen“ (der ist übrigens auch drahtig, der Bart des Bärtigen und der Bärtige selbst wird immer drahtiger. Es fastet fast mit. Nur fast). Eigentlich bin ich eine gute Katholikin.

24. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 27kg
Zum leiblichen Wohl: Keine Zeit, nur Coca light
Zur Leibesertüchtigung: Hin mit dem Velo, rein in die Uni, Referat gehalten, raus aus der Uni, zurück mit Velo, hin mit Velo, Hauptprobe, zurück mit Velo, hin mit Velo, rauf auf die Bühne, ruter von der Bühne, zurück mit Velo
Sünden: Ein Danemann-Sweet Stümpli. I didn’t inhale. Und stolz war ich, eitel. Totsünde

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xSÜNDEr mit Patti: FAST EiN TAGEBUCH 7

fastenpatti351xsunder1
9. Tag

Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 31,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Gemüsesaft. Wääk.
Zur Leibesertüchtigung: Ausrede: Immer noch intensive Rückenschmerzen
Sünden: Tatsächlich vor Schmerzen 1 Stunde Schule ausfallen lassen. Weichei?
.
.

10. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib: 31,5kg
Zum leiblichen Wohl: Kenne inzwischen jeden Saftladen der Stadt …
Zur Leibesertüchtigung: Hmm ..
Sünden: Müssiggang ist aller Laster Anfang.
11. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 31,5kg
Zum leiblichen Wohl: Suppe aus Biotta-Saft. Die einzige Möglichkeit, das Zeugs runterzuwürgen.
Zur Leibesertüchtigung: Powershopping.
Sünden: Im Kino ein Säftli MIT Zucker getrunken.
12. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 31kg
Zum leiblichen Wohl: Rohkost-Salätchen
Zur Leibesertüchtigung: Spazieren. Mindestens eine Dreiviertelstunde.
Sünden: 10 Tassen Kaffee bei der Mutter des Bärtigen.  Die hatte Geburtstag und es gab Kuchen, Chips, Torte, Guetsli, Schoggi. Für mich gab’s Kaffee. Immerhin ….

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xSÜNDEr mit Patti: FAST EiN TAGEBUCH 4

fastenpatti351xsunder16. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib
: 33,5 kg

Zum leiblichen Wohl
: Rohe Frucht- und Gemüsestücklein
Zur Leibesertüchtigung: War beim Zahnarzt. Aber kein Sex diesmal. Details folgen.

Sünden: Nach der Mund-Tortur  torkelte ich mit gefühlloser Zunge durch den Coop an die Käsetheke und schnupperte. Schnüffelte. Zog mir diesen Geruch, irgendwo zwischen Schweissfüssen und Ziegenstall, in meine bebenden Nüstern. Plötzlich fand ich in einem Chäs-Stadu im Emmental wieder, dann in der Provence, inmitten blühender Lavendel-Felder. Mit einem Käsehobel-Schlag auf meine Knöchel wurde ich unsanft aus meinen rässen Träumen geholt.
Aus meinen Mundwinkeln tropfte der Speichel auf  den Roquefort.
„Sie können nicht einfach in den Käse grapschen, ihn beinahe in ihre Nasenlöcher stopfen und drüber sabbern. Den können sie bezahlen!“ – „Machen Sie nur einmal eine Fastenkur“, setzte ich zur Verteidigung an, RUMMS, ein zweiter Schlag mit dem Käsehobel. Diese pikante Aussage war der
Dame hiter dem Tresen definitiv in den falschen Hals gekommen. Ich hatte übersehen, dass sie noch ein paar Käselaiber mehr auf die Waage bringt als ich.

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xSÜNDEr mit Patti: FAST EiN TAGEBUCH 3

fastenpatti351xsunder14. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib
: 33,5 kg

Zum leiblichen Wohl
: Fruchtsaft, Gemüsesuppe
Zur Leibesertüchtigung: Ääh, hmmm, ach ja, bin mit dem Velo in die Stadt und zurück …

Sünden: 3h Passivrauchen und Passiv-Biertrinken (Zuprosten mit Mineralwasser im Bierhumpen und dann, haha, als einzige nüchtern. Sehr deprimierend.)


5. Tag

Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib
: 33,5 kg

Zum leiblichen Wohl
: Fruchtstücklein, fettfreie Gemüsebouillon
Zur Leibesertüchtigung: 4h Kampfjassen gegen meine Eltern. Schweisstreibend.

Sünden: Eitelkeit ist eine der 7 Todsünden. Ist es eitel, wenn ich auf facebook meine eigene Patti-on-Tour-Fanseite einrichte? Und noch dazu mein einziger Fan bin? Auf solche wahnwitzigen Ideen kommt man, wenn man nicht naschen, nicht rauchen und auch sonst fast nichts
darf, was kurzfristig Spass macht. Man möge mir also vergeben.


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xSÜNDEr mit Patti: FAST EiN TAGEBUCH 2

fastenpatti351xsunder13. Tag
Jede Frau hat Freundinnen
. Best friends forever nennen sie sich zärtlich-pubertär. Dumme Sau nannten die Blonde und ich uns gegenseitig. In unseren Ohren mag das wohl rebellisch geklungen haben. Die dumme Sau ist die Bitch von gestern.
Die Blonde hat inzwischen ins medizinische Fach gewechselt und jegliche schweinischen Attribute verloren. Natürlich ist sie meine  Ernährungsberaterin
, momentan in dieser Funktion eher unterbeschäftigt, was gibt es schon zu beraten bei Wasser und Fruchtsaft? Deshalb wird nun die grosse Artillerie aufgefahren, die Blonde verschreibt mir zur Entgiftung, als idealer Einstieg in eine Fasten- und Entschlackungskur kurzerhand einen Einlauf. Eine Darmspülung. Diese ist noch weit weniger sexy als sie sich anhört.
Na, gute Frau, bei Ihnen müssen wir wohl zweimal drüber, meint der Arzt und tätschelt mir beschwichtigend die nackten Hinterbacken.  Dann lacht er diabolisch, rammt den Schlauch in meinen Unterleib und pumpt mich voll. Ich fühle mich wie ein brennendes Hochhaus, bei dem alle Leute zur kleinen Hintertür herausdrängen, weil das Hauptportal verstopft ist.
Nun liege ich auf dem Bauch,
defloriert, gespült, gefoltert, gedemütigt und die nächsten drei Tage krankgeschrieben.  Der Arzt war ein sadistisches Monster, der wohl in Abu Ghraib ausgemustert worden war. Die Blonde aber verdient nur einen Titel. Dumme Sau. Forever.
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib
: 33,5 kg

Zum leiblichen Wohl
: Fruchtsaft
Zur Leibesertüchtigung: 14 Stunden Schönheitsschlaf

Sünden: Unmässiges Fluchen


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