Archiv für Studium & andere Dummheiten

Pattis Adventskalender 22: Liebes Christkind II

22(Im Magazin des Tages-Anzeigers gibt es jeweils eine Kolumne über eine bekannte Persönlichkeit, welche  aufzählt, was sie mag und was sie nicht mag.  Die Beiträge lesen sich wie Wunschzettel ans Christkind. Und ganau dazu haben sie mich inspiriert. Gestern: Was ich mir wünsche)

2. Was ich mir NICHT wünsche:


Dass all meine Träume sich erfüllen,
dass wir weiter die Welt zumüllen,
dass Raser hinter Rasern rasen,
dass Kühe nicht mehr draussen grasen,
dass ich ein kleines Haustier kriege,
(pro Haushalt reicht schon eine Ziege)
dass Angst und Panik uns anleiten,
dass wir verlernen, uns zu streiten.
Ich wünsch mir nicht, dass Kinder leiden,
dass wir uns nur noch modisch kleiden,
dass wir nur noch englisch sprechen,
dass wir die Versprechen brechen,
dass uns ein Minarettchen stresst,
dass mich der Bärtige verlässt,
dass wir uns ein Auto kaufen,
dass sich Kinder nicht mehr raufen,
dass alles immer schneller geht,
dass man die ganze Welt versteht,
dass Raucher böse Menschen sind,
dass man schon alles darf als Kind,
dass immer nur die Stärkeren siegen,
dass schwarze Schafe Tritte kriegen,
dass meine Kurven tiefer hängen,
dass Unbegabte nicht mehr sängen,
dass man nur mit Erdöl feuert,
dass man die Welt mit Schwänzen steuert,
dass mein Körper expandiert,
dass die Wirtschaft ganz stagniert,
dass die AHV versagt,
dass man mir nur Nettes sagt,
und Rückenschmerzen, Rheuma, Gicht,
wünsch ich mir vom Christkind nicht.

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Pattis Adventskalender 21: Liebes Christkind I

211(Im Magazin des Tages-Anzeigers gibt es jeweils eine Kolumne über eine bekannte Persönlichkeit, welche  aufzählt, was sie mag und was sie nicht mag.  Die Beiträge lesen sich wie Wunschzettel ans Christkind. Und ganau dazu haben sie mich inspiriert. Morgen: Was ich mir nicht wünsche)

1. Was ich mir wünsche:

Ich wünsch mir, dass ich weiter schreibe,
dass das W-Lan des Nachbarn offen bleibe!
Ich wünsch mir Spass bei jeder Paarung
und eine Laser-Bart-Enthaarung.
Ich wünsch mir von den Schülern Ruhe,
für Reste eine Tiefkühltruhe,
‘ne Digi-Cam zum Filmchen Drehen,
Digi-TV zum Filmchen Sehen.
Ich wünsche mir mehr Sachverstand
beim Stimmenfang in unserm Land.
Ich wünsch mir, dass Mörgeli bald wieder tanzt,
und dass der Ueli gut konkordanzt,
dass die Banker aus Krisen lernen,
sich Putzfrau und Big Boss nicht zu weit entfernen,
dass Eltern die Kinder wirklich erziehen,
dass sie die Konflikt nicht einfach fliehen.
Ich wünsch mir zu fressen, ohne zu feissen,
und nach meiner Heirat noch gleich zu heissen.
Ich wünsch mir Räbebappe mit Speck,
einen Putzmann für den Dreck,
eine feucht-fröhliche Stille Nacht.
Ich wünsch mir mehr Frauen an der Macht.
Ich wünsch mir, dass Männer die Kinder gebören,
und monatlich Blut unter Schmerzen verlören.
Und meiner Freundin wünsch ich viel Kraft,
während der umständlichen Schwangerschaft.
Ich wünsche mir mehr Wärme, bloss
ohne CO2-Austsoss.
Ich wish Obama, that he can.
Ich wünsch mir ein eigens Wireless-Lan.
Ich wünsch mir, dass vieles so bleibt, wie es ist,
dass es mehr schneit und weniger pisst,
dass HarmoS wirklich harmonisiert,
dass Intergration integriert,
dass der Bärtige bald doktoriert,
dass mein Blog Leser generiert,
dass uns kein schlimmes Unglück passiert,
dass der Staat nicht zu wenig Steuern kassiert,
dass man die Managerlöhne halbiert,
dass Lara Gut weiterhin gut trainiert
und dass alles läuft wie geschmiert.
Und nach dem Stress ein kühles Bier,
Liebes Christkind, das wünsche ich mir.

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Pattis Adventskalender 12: Weihnachtszeit

12

Oh, Weihnachtszeit, du stille Zeit,
Die Welt erstrahlt im Winterkleid.
Natur und Tiere  dürfen ruhn,
Und auch ich hab nichts zu tun.

Ausser E-Mails zu verschicken,
Mich durch meinen Blog zu klicken,
Jeden Tag ein Verslein dichten
Live vom Bundeshaus berichten,
Blog der Schüler zu verwalten
täglich dort ein Verslein schalten,
Blindschreiben wäre opportun …
Doch ich hab ja nichts zu tun.

Ausser kochen für die Lehrer,
Schuften für die Geldvermehrer,
Elten wollen mit mir sprechen,
Schüler sich für Noten rächen,
Dann der Lehrerinnen-Treff,
Das Personalgespräch mit Chef,
Jugendliche unterrichten,
Und dann noch die Gottipflichten.
Wenn ich’s vergegenwärtige,
So schenkt mir gar der Bärtige,
(Ganz generös kann er verzichten)
Zu Gotti- auch noch Göttipflichten.
Dann das Fest für die Verwandten.
Gestorben sind schon viele Tanten
Auch lichten sich die Onkel-Reihen.
Zum Glück. Ihr werdet’s mir verzeihen…
Putzen, Waschen, Korrigieren,
Beine, Achseln, Bauch rasieren,
Voll Blut und Schweiss, da steh ich nun
Doch ich habe nichts zu tun.

Ausser Feste organisieren
Nur die Nerven nicht verlieren,
Gschänkli und Präsente posten,
S’ soll gut aussehn, doch nichts kosten,
Guetsli, Playmobil und Seifen,
Rüeblitorte, Winterreifen,
Teddybär und Gummihuhn,
Ach, ich hab ja nichts zu tun.

Ausser Uni-Referate,
Bibliographie-Zitate,
Prüfungen, Semesterende
Pestalozzi, 14 Bände,
Pocock, Austin, Thomas Kuhn,
Nein. Ich habe nichts zu tun.

Ausser Wohnug dekorieren
Pflanzen, Fenster, Wand verzieren
Kugeln splittern, Glas kaputt
Maria in der Krippe blutt!
Adventskranz brennt,
Es schwärzt der Russ!
Ich hab verpennt,
Verpass den Bus!
Schnee und Eis,
Es rinnt der Schweiss,
Ich bräuchte dringend Zeit zum Ruhn.
Leckt mich, ihr könnt es selber tun!

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Post von Patti: Liebe SVP

svpbild1Liebe SVP
Du bist die erste Partei, von welcher ich mich verstanden fühle. In deinen Reihen bin ich Mensch, hier kann ich’s sein! Denn „Der Mensch zählt“. So heisst zumindest dein neuestes Presseorgan. Eine eigentliche Eltern-Zeitschrift. Der Säugling auf dem Titelbild, welcher knapp 4 Monate zählt und bestimmt noch nicht sprechen kann, fragt dennoch: „Muss ich schon mit vier Jahren in die Schule?

Genau das muss der kleine Stinker. Den Machern dieser Zeitung hätte etwas mehr Schulbildung auch nicht geschadet! Mit einer Wahrscheinlichkeit von 87% wird der Kleine ohnehin mit 4 ½ Jahren von seinen Eltern in den Kindergarten geschickt, der faktisch einer Basisstufe entspricht. HarmoS hin oder her. Sofern es sich jedoch wirklich um Rabeneltern handelt, stecken sie ihn bereits mit wenigen Monaten in den Hort, zur Tagesmutter, in die Krippe oder gar in die Spielgruppe. Im schlimmsten Fall lernt er dort sogar anständig deutsch zu sprechen und sich sozial zu integrieren. Was natürlich ein Jammer wäre. Denn du, liebe SVP willst, dass „Fremdsprachige Kinder zu allererst Deutsch lernen, bevor sie in die Klasse integriert werden“.
Von wem sollen sie denn Deutsch lernen, wenn sie nicht mit Schweizer Kindern in der Klasse sitzen dürfen? Dass Integrations- und Sprachlernprozesse untrennbar miteinander verknüpft sind und bestenfalls bereits vor dem 4. Altersjahr beginnen, ist ..hmm.. wahrscheinlich .. HarmoS-Kuschelpädagogik. Und daran Schuld sind die 68er.

Allerdings werden immer wieder rüstige Senioren gesucht, Alt-68er, welche den fehlenden Opa ersetzen und als Klassenhilfe im Unterricht assistieren. Die lieben Kleinen sozialisieren. Das beginnt bei der Sprache und endet beim korrekten Gebrauch des StGw 91. Das wär doch ein Job für Christoph. Oder für den armen Sämi, den die etwas grösseren Kinder in Politik und Armee spitalreif gemacht haben.

Weshalb ich die SVP als neue Partei für mich entdeckt habe? Nun, ich bin eine Bauerntochter, dies allein würde mich schon ausreichend qualifizieren. Zudem bin ich Sekundarlehrerin, studiere Erziehungswissenschaften, Soziologie und Kriminologie. Die Kernthemen der SVP, wenn man eurem Aargauer Hetzblättchen Glauben schenken darf.
- Erziehung
(Glaub mir, ich wär auch froh, wenn das die Schule nicht übernehmen müsste. Erziehung ist Sache der Eltern. Nur machen die es leider schon lange nicht mehr. Die ungezogensten Schüler waren bei mir übrigens nicht die Ausländer, sondern die Böhsen Patrioten und die Tells Söhne mit SVP-Vätern.)
- Sicherheit
(„Familienväter können nicht mehr mit ihren Kindern an den Fussballmatch gehen.“ Wie tragisch! Dann sollen halt die Mütter gehn. Nach 8 Uhr gehören Kinder sowieso ins Bett!)
- Sozialwerke
(Wisst ihr überhaupt, was das ist?)
- Zuwanderung
(Damit meint ihr doch wohl vor allem die Zuwanderung zu eurer Partei.)

Ach ja, liebe SVP, ich würde gerne innerhalb eurer Partei mitreden bei diesen Themen. Ich wüsste sogar, wovon ich spreche.

Mit wärmsten Empfehlungen

Patti_on_School

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Der sauglatte Professor und die Wahlen

Wahlen finden nicht nur in den USA statt, sondern auch hier. Ich habe einen sauglatten Professor. Er wohnt in der Westschweiz, wo man gerne ein Gläschen Wein trinkt, und pendelt wöchentlich zur Uni. Er ist Inhaber des Lehrstuhls des wohl beliebtesten zweiten Nebenfachs der Uni. Das Fach besteht in einer Vorlesung, die man eh nicht besucht, weil man das sündhaft teure Buch des Professors kaufen muss. Dort steht dann alles drin. Ausser die sauglatten Witze. Die Studenten beklagen sich nicht.

Des Weiteren ist eine Seminararbeit zu schreiben. Da der sauglatte Professor nur rund 20 Mal pro Semester in den Osten pendelt, muss sich auch die Anzahl Studierender pro Semester auf diese Anzahl einpendeln. Denn die Korrektur einer Seminarrbeit dauert eine Reise.  Die Studenten beklagen sich nicht.

Er scheint üerhaupt gerne zu reisen, der Professor. Das an die Seminararbeit anschliessende Seminar besteht aus einer sauglatten Studienreise in die West- oder Ostschweiz. Übernachtet wird im Hotel des Freundes der Schwägerin des Professoren. Die muntere Schar von etwa 30 Studierenden trägt während drei Tagen im Akkord unbesehene Referate über ihre Seminararbeiten vor. Der Lerneffekt dürfte dementsprechend sein. Wer Glück hat, kommt noch zu einem One-Night-Stand. Die Studenten beklagen sich nicht.

Der ganze Studiengang besteht also aus der Lektüre des Buches sowie dem Schreiben und Vorstellen einer Seminararbeit, was die Studenten wenig Zeit und Aufwand, aber immerhin ca. 420.- kostet. Es beklagt sich niemand.

Ich lege mir gerne einige Steine in den Weg des geringtsten Widerstandes und möchte zumindest mein Referat gründlich vorbereiten. Leider ist 3 Wochen vor dem Seminar noch nicht klar, ob meine Seminararbeit angenommen wurde. Nun, es braucht Zeit und einige Zugreisen, um all die Arbeiten zu korrigieren.  Der Professor hat viel zu tun. Und dann sind ja da noch die Wahlen. Nicht die amerikanische, obwohl die den Professoren sicher auch interessieren. Nein, es stehen Regierungsratswahlen an. Der gute Freund des Professors steht auf der Wahlliste. Nicht in der Westschweiz, wo der Professor wahlberechtigt ist, sondern in meinem Wohkanton. Was macht man da als guter Freund des Freundes, wenn man ihn partout des Föderalismus wegen nicht wählen darf? Man schreibt die lieben Studentinnen an, die sich nicht beklagen, aber glücklicherweise im besagten Kanton wohnen.

So flattert mir denn heute eine handadressierte und handgeschriebene Karte mit dem Konterfei des Politikers U. H. ins Haus. „Liebe Frau B.“, schreibt der Professor, “ es geht nicht um Wissenschaft …“, sondern darum, dass ich seinen Freund wählen solle, da ich doch glücklicherweise grad im richtigen Kanton wohne und er intuitiv spüre, dass ich sicher ein grosser Fan seines Freundes sei.

Lieber Herr Professor.

Sie haben intuitiv richtig gespürt. Ich wähle U. H. Ich habe sogar sein Wahlplakat an meinem Balkon angebracht. Ich hätte mich ausserdem gefreut, wenn Sie mir netterweise mitgeteilt hätten, ob meine Seminararbeit genügend war. Ich spüre intuitiv, dass ich wohl eine 6 habe. Dafür wähl ich ja auch ihren lieben Freund.

Den Einstieg fürsReferat habe ich bereits. „Es geht hier nicht um Wissenschaft, sondern um Intuition!“. Sauglatt.

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Die postnatale Depression

… wird auch Wochenbettdepression genannt und hat mich voll erwischt. Ich könnte wochenlang nur noch im Bett liegen, auch wenn es damit wenig zu tun hat.
Postnatale Depressionen ereilen frischgebackene Mütter kurz nach der Niederkunft. Auch ich wurde eben entbunden. Nicht von einem Kind, aber von einer Liz-Prüfungsphase, die länger als eine Schwangerschaft und fast so schmerzhaft wie eine Zangengeburt war. Bezeichnen wir es als Kopfgeburt mit Steisslage.
Das Tragische: Es handelt sich noch nicht mal um meine eigenen Prüfungen. Der Bärtige hatte heute seine letzte Mündliche. Nun, das muss gefeiert werden.
Ich kochte ihm also Blaukraut mit Zitronenpfeffernudeln auf einem Zwiebelbett, dazu Äpfelschnitze und Rauchwürste. Er mags eben deftig.

Kaum war er zu Hause stürtze er sich in seinen Tarnanzug, schnallte die GTE (für Nicht-Dienstleister: so eine Art Gstältli mit vielen nützlichen Gadgets wie Pistole, irgendwelchen geheimnissvollen Behältern und sonstigem Ramsch) um, schlang das Essen hinunter, salutierte und verschwand per SBB irgendwo in die Berge.
Genauso hatte ich mir das vorgestellt. Was macht man nicht alles für die Schweiz …
Und nun sitz ich hier. Nach langen Monaten mit Fernsehverbot, keiner Ausgangs-, aber zumindest Einladungssperre, Sexentzug und möglichst wenig unbelasteter Zweisamkeit hock ich zu Hause und sehe mich schon wieder nur mit mir selber konfrontiert.

Voraussichtlich hat der Bärtige Cum Laude abgeschlossen. Nachdem in meiner Familie jemand mit mit Magna Cum Laude, ein anderer mit absoluten Bestnoten und sehr schnell drauffolgendem Doktortitel und ein weiterer als Jahrgangsbester an der ETH (dotiert mit 5000.-) das Studium beendet hat.
Scheisse. Man kann sich nicht vorstellen, wie viel Druck das aufbaut. Es wäre ja geradezu peinlich, wenn ich nun so knapp genügend durchs Studium schlittern würde.
Ich reservier schon mal die Prüfungstermine im Sommer 2015. Bis dahin darf ich noch mit Liz abschliessen. Und schneller schaff ich ein Summa Cum Laude auf keinen Fall.

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Das Pro(st)seminar …

… heisst heute Kernmodul und wird vor allem der Credits wegen besucht. Ich für meinen Teil besuche Proseminare nur noch, wenn es unerlässlich ist. Ein wandelnder Anachronismus mit meinen 7, 8 Semestern und mindestens so vielen Seminararbeiten im Unirucksack. Wenn man mein Methusalter und mein (sogenanntes) Erststudium mitrechnet, so könnte ich ohne weiteres auch die Dozentin, statt die Rezipientin sein.
Ich sitz also im überfüllten Hörsaal:
Dozent: Sie sind ja nun quasi, hehe, frisch ab Presse, direkt von der Matur, jaja, so junge Gesichter, hehehe …
Ich (in Gedanken): Schön wärs, gopfnonmol, muss dringend mal wieder meine Haare färben gehen wegen der Grauhaarabdeckung, und grins nicht so blöd, ich könnt’ im Fall weder deine Tochter noch deine Geliebte sein, eher deine Ehefrau
D: Und natürlich haben Sie keine Ahnung von Disziplinen wie Wirtschaft, Psychologie, Soziologie, Kommunikation… Sie kennen ja nur die Schulfächer, hehehe…
I: Wir leben im 21. Jahrhundert. Sogar meinen Sek-Schülern lehr ich Kommunikationstheorien und Wirtschaftskunde. Apropos, shit, muss noch die Steuererklärung fertig machen
D: Deshalb sollte dieser Kurs dazu dienen, dass Sie sich überlegen können, ob Sie dieses Fach wirklich studieren wollen…
I: Irgendein Nebenfach muss ich ja wohl studieren, meinst du, ich änder das jetzt noch?
D: Und dann können Sie tatsächlich ein erstes Mal eine richtige wissenschaftliche Arbeit nach wissenschaftlichen Standards schreiben. Ohne zu plagiieren, versteht sich. Wissen Sie, was das ist, ein Plagiat? Abschreiben aus dem Netz beispielsweise. Damit hatten wir viele Probleme…
I: Mach hinne, Mann. Ich plagiiere noch nicht mal in meinem Blog. Man hat ja seinen Stolz. Solange ich davon überzeugt bin, dass eh niemand besser schreibt als ich selbst, käm ich wohl kaum auf die Idee… Daher bietet eine gewisse Arroganz durchaus auch einen Schutz vor solchen Peinlichkeiten.
D: Die Arbeit wird dann etwas sechs bis acht Seiten umfassen …
I: So lange ist doch normalerweise die Bibliographie?
D: Das Thema bekommen sie dann im Dezember, damit Sie während der Semesterferien …
I: Wie soll ich mit sechs Seiten die Semsterferien füllen? Eine Seite pro Woche?
D: Doch nun: Sagen Sie mir mal, weshalb Sie überhaupt diese Fach studieren wollen?
I: Bestimmt nicht, um solch doofe Fragen zu beantworten. Ich muss hier raus. Tschüss Sitznachbarin. Bis nächste Woche.
D: Ja, Sie da, Sie müssen nicht aufstehen. Hehehe, wir sind ja modern, nicht wahr. Sprechen sie ruhig. Nur frisch heraus, Sie müssen nicht nervös sein. Ich verstehe das, als Erstsemestrige sind Sie noch nicht gewohnt, vor Leuten zu sprechen … Nun sagen Sie, weshalb besuchen Sie diesen Kurs?
I (laut): Um ehrlich zu sein, stelle ich mir diese Frage auch. Die Antwort finde ich vielleicht bei einem Glas Bier. Ich geh dann mal. Prost.

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virtuelle masturbation


es ist unerhört unglaublich, was man heute so alles im netz bewerkstelligen kann. meine sozialen kontakte laufen über facebook, meine aufträge generiere ich über unterhalter.ch oder über meine homepage, meine anerkennung hole ich mir mit blog-schreiben, unterhaltung gibt’s auf youtube und wenn ich mal sex brauche… nunja, mehr varietäten und perversionen dieser schönsten nebensache gibt’s wahrscheinlich nirgendwo sonst. und alles gratis.

wir entwickeln uns zu einem volk von masturbierenden, sagt kolle, der niederländisch-deutsche aufklärungspionier.

wie wahr. wenn masturbieren als synonym für das ersetzen von interaktionen durch autonomes handeln verstanden wird, dann stimmt das bei mir völlig.
insofern masturbiere ich mich durchs studium, indem ich mir vorlesungsskripte von der institus-homepage und quellen von gutenberg herunterlade. sich einen runterholen gewinnt eine ganz neue dimension.
soll ja auch gut sein gegen langeweile, diese selbstbefriedigung. oder als ausweichmanöver, wenn man eigentlich wichtigeres zu tun hätte.
hier finde ich ebenfalls eine vollkommene analogie. ich onanier mir ein bisschen universitäres wissen rein, und das freiwillig. obwohl ich eigentlich eine aufgabe in meiner kernkompetenz zu erledigen hätte: dumm schnurre und damit geld verdienen.
mein comedy-programm, das in wenigen tagen stehen und eine kleine vorpremiere in geschlossener gesellschaft feiern sollte, klebt harzig zwischen den ganglien und den tasten.
möglicherweise eignen sich inhalte, welche für ein publikum bestimmt sind, einfach nicht für masturbation und sind deshalb äusserst unbefriedigend.
vielleicht sollte ich mal vor dem spiegel üben. das soll ungemein erregend sein. im falle eines comedy-programms ist es allerdings eher peinlich. vor allem für mich als fremdschämerin (geht auch beim eigenen spiegelbild).
dann doch lieber youtube.

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Liebe SBB

Liebe SBB
Ich bin Studentin und Zugfahrerin. Beides freiwillig, vorbildlich und zum Wohl der Gesellschaft. Soll ersteres zur Erhellung der Menschheit beitragen, so will letzteres die Erhitzung der Gemüter abkühlen, dem geringen CO2-Ausstoss sei Dank.
Obwohl ich täglich nur an die 40 Kilometer auf Schienen zurücklege, habe ich mir den Luxus eines GA’s geleistet, damit ich mich nicht mit Billett-Automaten herumschlagen muss*. Dadurch subventioniere ich Ihr Unternehmen mit knapp 2000.- pro Jahr, denn ein 1000-fränkiges Strecken-Abo täte es auch. Dies meint zumindest das Steueramt, welches meine GA-Rechnung mit trauriger Regelmässigkeit ablehnt.
Soviel zu meinem Beitrag für eine bessere Welt.
Nun zu dem Ihrigen: Sie wollen die Billettpreise in den Stosszeiten erhöhen, damit, ich zitiere: „Rentner, Studenten und Ausflügler“ auf Züge umsteigen, die nach 9 Uhr verkehren. Denn Studenten, das haben Sie messerscharf erkannt, sind faule Säcke. Sie wohnen alle in Zürich und den anderen Universitätsstädten, da es dort bekanntlich extrem viel günstigen Wohnraum gibt. Somit müssen sie keine langen Wege unter die die Füsse, Verzeihung, unter die Räder nehmen und können getrost bis zum Mittag ausschlafen. Natürlich können sie auch ihren Stundenplan vollkommen frei zusammenstellen, vor allem seit der Bologna-Reform. Wer beginnt schon vor 9 Uhr morgens zu studieren?
Ihre Züge sollen besser ausgelastet werden, nicht aber die teuren Universitätsgebäude (man denke nur an die Calatrava-Bibliothek und ähnliche Prunkbauten), welche beheizt und unterhalten werden. Auch vor 9 Uhr morgens.
Das macht Sinn, denn die Unis werden schliesslich staatlich, sprich vom Steuerzahler finanziert. Nur der Staat ist dank Moriz und all den anderen grünen und linken Spinnern verpflichtet, „Anreize zu schaffen“ für klimafreundlichen Transport.
Sie sind jedoch privatisiert und wollen auch etwas vom Kuchen der steigenden Öl-Preise und der Klimadebatte abhaben. Es lebe der deregulierte Liberalismus nach US-Vorbild!

Mir bleibt nur eins: Ich spar mir das GA und leiste mir von dem Geld einen Schrebergarten und einen Offroader. Wenn ich Glück habe, geht dieser dann als Landwirtschaftsfahrzeug durch und wird von den Steuern befreit.

Im Namen aller Grossverdiener mit flexiblen Arbeitszeiten (StudentInnen, VerkäuferInnen und SekretärInnen) grüsst Sie Klima-wärmstens

Patti_on_Track

*Leider wurde mir auch diese Freude mit den Nachtzug-Zuschlägen gründlich verdorben.

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Wie hätte ich wohl ausgesehen


… hätt ich in den 50ern, 60ern oder 70ern gelebt? … wär ich mit dem anderen Geschlecht zur Welt gekommen? … wär ich ein Ami, hätte 1000 Klassenkameraden (durchaus üblich an High-Schools) und müsste mich deshalb in einem dieser behämmerten Year-Books verewigen?
All diese Fragen beantwortet yearbookyourself.com.

Leider hat das Ding Suchtpotenzial. Auf Facebook ist es jedenfalls der Renner. Für egozentrische, eitle Pfauen soweiso das Allerschönte: 50 mal ICH!












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