xSÜNDEr: Patti, die FastENDE

Vorher-Nachher. Aber Vorsicht: Nach dem Fasten ist vor dem Fast-Food.
Jä, jo, seufzt der Basler.  Jojo, seufzt Frau Basler.patti_vorher_nachher


Es ist vollbracht. Der Palmsonntag wedelte im frühlingshaft grünen Kleid das Ende der Fastenzeit ein. Meine Weltanschauung darf nun endlich wieder satirisch werden. Die letzten 40 Tage war sie so unpraktisch anorektisch.
Die letzten Tage hätten ein Fasten-Fest werden sollen, mein Körper eine Fasten-Festung, gewässsert, gegossen, schlank und rank wie eine Zierpflanze im Wassertank. Der Wassertrank liess mich auch tatsächlich vegetieren. Aber die Bewusstseinerweiterung kraft Speisezettelverschmälrung blieb aus.
Mein Gelegenheitslover, der Zahnarzt, zwang mich gezuckerten Vitaminsaft zu trinken, bevor er zur Sache ging. Er wollte verhindern, dass ich umkippte, wenn er seine grosse Spritze auspacken und mir mit voller Wucht ins geschundene Zahnfleisch rammen würde. Das Gegenteil war der Fall. Die Spritze wirkte nicht und ich schlug beim ersten Bohrerkontakt den neuen Zahnarztstuhl in Trümmer. Nachdem er dann zwei weitere Ladungen abgespritzt hatte, kam es endlich. Das Flash. Glückseligkeit. Der Mund blieb 24 Stunden taub.
Und danach: Das grosse Fressen. Das Fastenbrechen. Fressen bis zum Fast-Erbrechen.


37. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26kg
Zum leiblichen Wohl: Wasser
Zur Leibesertüchtigung: Rücken-, Bauchmuskulatur-Training
Sünden: Der Schönheitsschlaf dauerte bis in die Mittagsstunden

38. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib: 25kg
Zum leiblichen Wohl: Wasser, etwas Amalgam aus der alten Zahnfüllung
Zur Leibesertüchtigung: Rücken-,Bauchmuskulatur, Kampfsport im Zahnarztstuhl.
Sünden: Mein alljährlicher Oralsex mit dem Zahnarzt, der mehr und mehr sado-masochistische Züge annimmt.

39. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib: 24,5kg
Zum leiblichen Wohl: Wasser
Zur Leibesertüchtigung: Rücken-, Bauch-, Bein-, Walking- (aber ohne Gehhilfen), und Velotraining. Quasi ein Triathlon mit Trockenschwimmen
Sünden: Ich fluchte, weil die Wasserkur gar nichts brachte und ich freute mich aufs Essen. Träumte von Kartoffeln und Teigwaren und überhaupt.

40. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib: 24kg
Zum leiblichen Wohl: ESSEN. Richtiges, feines, göttliches Manna. Griechischer Salat, direkt vom Olymp! Feta-Käse! Oliven! Wahnsinn! Erdbeerjoghurt! Ratatouille! Tomatensauce!
Zur Leibesertüchtigung: Magen- und Darmmuskulatur übrstrapaziert. Das Monstrum von Home-Trainer, das die Nachbarn im Keller stehen haben, eigenhändig 4 Stockwerke nach oben geschleppt und während Giaccobo & Müller immer feste getreten.
Sünden: Die Sünden liegen vor allem in der Zukunft. Freuen wir uns auf die Ostereier und den liebgewonnenen, alten Jojo-Effekt. En Guete.

Sags in Deinen Worten.