3. Tag
Jede Frau hat Freundinnen. Best friends forever nennen sie sich zärtlich-pubertär. Dumme Sau nannten die Blonde und ich uns gegenseitig. In unseren Ohren mag das wohl rebellisch geklungen haben. Die dumme Sau ist die Bitch von gestern.
Die Blonde hat inzwischen ins medizinische Fach gewechselt und jegliche schweinischen Attribute verloren. Natürlich ist sie meine Ernährungsberaterin, momentan in dieser Funktion eher unterbeschäftigt, was gibt es schon zu beraten bei Wasser und Fruchtsaft? Deshalb wird nun die grosse Artillerie aufgefahren, die Blonde verschreibt mir zur Entgiftung, als idealer Einstieg in eine Fasten- und Entschlackungskur kurzerhand einen Einlauf. Eine Darmspülung. Diese ist noch weit weniger sexy als sie sich anhört.
Na, gute Frau, bei Ihnen müssen wir wohl zweimal drüber, meint der Arzt und tätschelt mir beschwichtigend die nackten Hinterbacken. Dann lacht er diabolisch, rammt den Schlauch in meinen Unterleib und pumpt mich voll. Ich fühle mich wie ein brennendes Hochhaus, bei dem alle Leute zur kleinen Hintertür herausdrängen, weil das Hauptportal verstopft ist.
Nun liege ich auf dem Bauch, defloriert, gespült, gefoltert, gedemütigt und die nächsten drei Tage krankgeschrieben. Der Arzt war ein sadistisches Monster, der wohl in Abu Ghraib ausgemustert worden war. Die Blonde aber verdient nur einen Titel. Dumme Sau. Forever.
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 33,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Fruchtsaft
Zur Leibesertüchtigung: 14 Stunden Schönheitsschlaf
Sünden: Unmässiges Fluchen
In einem kleinen Märchenland
„Was? Du bist das?“, fragte mich nach der Demaskierung ein Bekannter, „dir hätte ich eine solche rechts-populistische SVP-Einstllung nicht zugetraut!“ Nun, weshalb soll es im wahren Leben anders sein als im Blog? Satire wird als Polit-Propaganda missverstanden, Ironie bitterernst genommen und die Fasnacht verkommt scheinbar zur populistischen Selbstdarstellerbühne. Scheinbar.