Archiv für Juli, 2008
29/07/2008
· Gespeichert unter Pattis Alltag & Realsatire, Uncategorized · Tagged Auspuff, Auto, Mercedes
Oh Lord, won’t you buy (from) me a Mercedes Benz?
Er fährt noch. Und er lässt sich bestimmt auch wieder strassenverkehrsamttauglich machen. Aber nicht von mir und nicht mit meinem (leider nicht vorhandenen) Geld. Du kannst ihn haben.
Wie viele unschöne Stunden haben wir miteinander verbracht! Damals in Zürich beispielsweise, als der Merz sich wieder einmal selbst kastrierte und den Auspuff samt Topf motivationslos fallen liess. Ich stellte mich rauchend an den Strassenrand und der Bärtige legte sich unter die Karre zwecks vollständiger Demontage des störrischen Rohrs. Mit quietschenden Reifen bremste ein schnittiges Auto und ein dienstfertiger junger Herr entstieg. Er fragte, durchaus besorgt und mit einem unüberhörbaren Balkan-Akzent: „Hei, was isch passiert, Mann, chani hälfe?“ auf die Beine des Bärtigen deutend. Dieser kroch eben mit schwarz verschmiertem Gesicht unter dem Chassis hervor. Der junge Herr tat einen erschreckten Sprung und rief „Hei. Mann de läbt jo no!“.
Wie viele andere Anekdoten gäbe es noch zu berichten. Doch dafür ist jetzt keine Zeit. Schliesslich sind die Reisen mit dem GA lange und beschwerlich (siehe -> Das Dorffest).
Nun also meine Frage: Wer bietet mehr?
26/07/2008
· Gespeichert unter Pattis Alltag & Realsatire, Uncategorized · Tagged Dorf, Dorffest, Fricktal, Handy, Postauto, SMS, Zeihen
Einmal im Jahr zieht’s mich zurück ins Dorf. Dann geh ich mit meinen Schwestern ans Dorffest und führe mich saumässig auf. Allerdings ist die Reise dorthin beschwerlich, trotz GA. Aber die schlaue Patti weiss das und hat daher nächtens den online-Fahrplan erstellen lassen: Zug – Postaouto – umsteigen auf ein anderes Postauto mit dem Vermerk R (Reservation obligatorisch). Im kleinen Fricktaler Dorf verkehren nämlich abends und am Wochenende nur Busse, die man mindestens ein Stunde vorher bestellt. Wie oft hab ich deswegen schon mit dem Daumen nach oben am Strassenrand verharrt. Zum Glück ist mein Geschlecht jeweils in diesen Fällen ein echter Bonus. Diesmal wusste ich, dass das nicht klappen würde, denn ich hatte einen bärtigen Mann im Schlepptau. Bärtige Männer werden üblicherweise nicht mitgenommen. Deshalb bestellte ich brav den Rufbus unter der angegeben Handy-Nummer, bereits etwa 20 Stunden vorher. Natürlich wollte ich angesichts der fortgeschrittenen Stunde den armen Postautohalter nicht aus dem Schlaf reissen und tippte eine SMS. Eine mir äusserst verhasste Tätigkeit, notabene. Tags darauf standen sich der Bärtige und ich verlassen an der besagten Haltestelle im Fricktal die Beine in den Bierbauch. Eins hatte ich nämlich übersehen: SMS gibt es nicht. Wär ja allerhand. Da könnte ja glatt jeder einfach mal so per SMS den Rufbus bestellen! Stellt euch mal vor! Und sowieso so neumödiges Zeugs. Auf dem Dorf da wird noch angerufen! Da gibt man seine Bestellung noch mündlich weiter. So weit käms noch, dass man da für ein 20-räppiges SMS einen Bus herbestellen könnte, wenn man doch auch für 70 Rappen anrufen kann. Alles was recht ist.
Der Bärtige (ein Historiker) weiss zum Glück: Schon vor 500 Jahren setzte sich die Schriftlichkeit in der Stadt schneller durch als auf dem Land. Ein kleiner Trost. Denn mündlich lief am späteren Abend auf dem Dorffest noch so einiges. Aber das ist mindestens einen weiteren Blogpost wert.
24/07/2008
· Gespeichert unter Pattis Alltag & Realsatire, Uncategorized · Tagged Alptraum, Flucht, Kinder, Traum, Traumtagebuch, Verwahrlosung

Ich wusste, dass ich sie retten musste. Die Kinder starrten vor Schmutz und befanden sich in einem jämmerlichen Zustand der Verwahrlosung. Der Junge sprach nicht, sondern stand nur verloren da in seiner zerrissenen Kleidung. In des Mädchens linkem Ohr, dessen Innenraum die Ausmasse einer Mundhöhle annahm, sass dicker, gelber Schmalz. Seltsamerweise war es hell in der Ohrmuschel, so dass ich die vielen Tiere (Spinnen, Tausendfüssler und Kakerlaken), welche sich darin tummelten und sich hinter den Schmalzmassen versteckten, gut erkennen konnte.
Die Flucht war hektisch und führte durch geheimnisvolle Türen und Gänge, über Treppen und Stege, es knarrte und knackte, alles war seltsam vertraut und fremd. Ein süsses Ziehen, wie Sehnsucht, wie aufkommendes Weinen machte sich breit in meinem Hals, in meinem Rachen, begleitet von diesem Geruch, der Gefahr und Männlichkeit verhiess. Benzin, Schmieröl, Tiefgarage.
……………..
Bild: http://duluxe.unblog.fr/files/2007/05/peur.jpg
23/07/2008
· Gespeichert unter Pattis Alltag & Realsatire, Studium & andere Dummheiten, Uncategorized · Tagged Blog, Schreibblockade, Schreiben, Schreibstau, Seminararbeit, Studium

Als wären einige angefangene und mitten im Satz unterbrochene Blogposts nicht genug, türmen sich die Bücher auf dem Tisch und auf dem Boden. Sie scheinen nur darauf zu warten, mit einem unerbittlichen Mail von der ZB zurückgerufen zu werden. Natürlich bevor ich mich ihrer in angemessener Weise bedient habe. Im Schlafzimmer rund ums Bett liegt das Nebenfach verstreut und höhnt mich aus: Schreib, schreib, schreib. Im Büro warten die Schulbücher darauf, heruntergebrochen und aufgearbeitet, zu geniessbaren Schulstundenportionen verkocht zu werden.Der CerpinTaxt wartet auf den Anfang, damit er meinen Argumenten ein Ende bereiten kann. Es fällt mir nichts ein. Heute geht’s nicht. Schreibblockade. Schreibstau. Die Buchstaben gefrieren mir in den Adern und finden den Weg zu den Fingern nur langsam. Zäh und klebrig fliessen sie auf Tasten und Bildschirm.
Ich brauch Ideen!!! Ich brauch GegenSätze. Rien ne va plus.
11/07/2008
· Gespeichert unter Pattis Alltag & Realsatire, Studium & andere Dummheiten, Uncategorized · Tagged Alltag, Alpen, Ferien, Heidi, humor, Internet, Seminararbeit, Studium & andere Dummheiten, W-LAN, Wallis

W steht für Wallis. Ja, die Patti trägt ihre persönlichen Alpmassive zwar immer mit sich herum, aber dann und wann erhört auch sie den Ruf des Berges. Vor allem, wenn sie sich auf das Erstellen einer Arbeit konzentrieren sollte. Zwecks Abgeschiedeneheit und Inspiration (es geht schliesslich bei um protestantische Motive im Heidi-Buch) habe ich mich auf die zugegebenermassen geografisch und konfessionell nicht ganz passende Alp zurückgezogen. Leider habe ich dabei übersehen, dass die Riederalp als erste Geminde in der Schweiz kostenloses und flächendeckendes W-Lan anbietet. Patti macht also dasselbe wie immer: Sie geniesst die Aussicht auf Berg und Tal, auf die ganze virtuelle Welt und auf weitere Tage fröhlichen Aufschiebens.
Scheiss-Fortschritt.
04/07/2008
· Gespeichert unter Politik & Pattis Presseschau, Uncategorized · Tagged Aargau, BAZL, Flughafen, Fluglärm, gekröpfter Nordanflug, Goldküste, humor, Lied, Politik, Reim, Rita Fuhrer, satire, Südanflüge, Südschneiser, schnitzelbank, Zürich

Alle Flugi sind schon da, alle Flugi, alle
Airbus, Boeing, Jumbojet
dröhnen liebevoll und nett
über Zürich Süd hinweg
mit viel Rauch und Schalle
…….
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Alle Rüebli freuen sich, alle Rüebli, alle
Stilli, Turgi, Frick, Densbüren
kriegen keinen Lärm zu spüren
auf dass die Goldküstenallüren
auf immer nun verhallen
…..
Alle Zürcher zürnen uns, alle Zürcher, alle
Fuhrer, Schneiser, Herrliberger
fragen sich im grössten Ärger,
warum der Aargau nicht verberge,
dass ihm dies gefalle …
02/07/2008
· Gespeichert unter Fussball & andere Todesursachen, Pattis Alltag & Realsatire, Sex & Drugs, Uncategorized · Tagged Aargau, Baden, Fluss, Haut, Hitze, Moby Dick, Salz, schwimmen, sonne

Psssst. Ich verrate euch ein Geheimnis: Der Aargau ist schön. Bekannt als Wasserschloss führen uns seine Flüsse den Berner, Zürcher und Luzerner Urin zu. Nur stört uns das überhaupt nicht. Wir geben gerne noch den unsrigen dazu und schicken alles nach Basel. Ich wohne am Fluss. Er liegt tief in seinem Bett, geschwängert von unzähligen Bächen und Quellen schlängelt er sich satt und träge an der Stadt vorbei. Die Ufer sind von hohen alten Bäumen gesäumt. Jeden Abend fache ich an unserem privaten Grillplätzchen ein Feuer an, schmeiss mein Abendessen drauf und steige ins Wasser. Die grüne Wand beiderseits lässt vergessen, dass ich mich am Stadtrand befinde: Häuser und Fabrikschlote bleiben verborgen und lassen mich im Amazonas wähnen. Nur dass ich keine Angst vor Krokodilen und anderem Getier haben muss. Der Vorteil eines leicht überhöhten Fettgehaltes im Körper liegt in der Unsinkbarkeit. Die grasgrünen Frogs, ein 14.90-fränkges Generikum der unsäglichen Crocs, tragen das ihre zum Auftrieb bei. So liege ich auf dem Wasser, strecke alle Viere von mir, schliesse die Augen und lasse mich treiben. Unsinkable Patti. „HE!!! He, Sie!! Hallo? Haalloo! HAAALLLOO!!“ Ich blinzle, wende den Kopf, wer stört mich da in meinem Gedankenfluss? „Gottseidank, sie lebt noch! Nütferunguet!“ ruft da der besorgte Flussanstösser. Danke. Immerhin war’s nicht die Greenpeace, die mich ins Meer zurückschaffen wollte.
Was diese süssholzraffelnde Süsswassergesülze mit Salz auf meiner Haut zu tun hat? Das Salz klebt überall. Ich musste den ganzen Balkon damit bestreuen gegen die drohende Ameisenplage. Genützt hat’s nichts. Die Biester fressen das Zeugs.
Wo mein traumhaft schöner Flussabschnitt liegt? Pssst. Das ist ein Geheimnis.
Er liegt im Aargau.