29/06/2008
· Gespeichert unter Fussball & andere Todesursachen, Politik & Pattis Presseschau, Uncategorized · Tagged Ballack, Champions, chorizo, deutschland, Euro 08, Finale, gedicht, humor, Platini, satire, spanien, spanien - Deutschland, Torres, weisswurst
Wer spielt noch so spät bei Nacht und Wind?
Die Tschütteler, die im Finale sind!
Es nahet der Abschied, es dürstet das Herz
nach Toren, nach Flanken, nach Fouls und nach Schmerz!
Die gelb-roten Karten, sie sind neu gemischt:
Es zeigt sich, ob Gold auf dem Felde besticht.
Spanien erzielt Torres, Fussballack schiesst,
derweil der Platini mit Plain beschliesst.
Drum prüfe, wer sich an die Euro bindet,
ob auch das Geld zum Gastgeber findet.
We are the champions, we are the champions
no time for thinking, just time for emotions
OLÉ!
26/06/2008
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es ist wie an der börse. bär gegen stier. der stier passt zu mir. zumindest die stummen sterne haben diese wahl für mich bereits getroffen. heute bin ich fatalistisch.
flamenco gegen kosakentanz? ravél gegen tschaikovsky? franco gegen stalin?
sangria gegen vodka? fehlanzeige. doch ein feiner rioja kommt mir gerne auf den tisch. zu frischen tapas. borschtsch hingegen bring ich nicht über die lippen. weder in die eine noch in die andere richtung. im übrigen, und darauf werden frauen ja reduziert , sind die spanier die hübscheren spieler. in diesem sinne: OLÉ!
25/06/2008
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I
m Zug Schaffhausen-Zürich, ein kahlgeschorener, tätowierter junger Mann spricht in sein mobiles Telefon: „Ne, du des glaubst du ned! Da isses so schön. Und die verdienen ja wie blöd, eh. Da kriegt sogar ne Bedienung 20 Franken auf die Stunde und sogar die ganzen Trinkgelder. Und die teilen das. Das ist voll so üblich, da kriegste dann mindestens 20 %. Und da hab ich echt die geilen Anstellungsbedingungen als Türsteher.“ Rechts ins Bild rückt der Rheinfall. Der Mann springt auf und klebt sich ans Fenster. „Was issen des? Wie geil ist das denn? Wie sowas von endgeil ist das denn? Des ist ja auch so schön hier überall. ….“ usw. Die Schweiz, das Land, wo Milch und Carlsberg fliessen?
Szenenwechsel: Hochzeitsparty eines Freundes, multikulturell und multinational in einem bekannten Club. Ich treffe einen Kroatin und frage voller Mitleid, was sie mit ihrer Mannschaft angestellt hat. Sie bricht spontan in Tränen aus. In meinem Eifer will ich sie trösten, sage tausend Dinge, umarme sie, flehe sie an, doch mit Weinen aufzuhören, es sei doch Hochzeit heute, sie heirate doch auch nächste Woche, erwidert sie schluchzend. Ich will das Thema wechseln: „Nun müssen wir sogar noch die Deutschen unterstützen, weil wir ja ein Türkentrauma haben.“
Plötzliche Stille. Die Musik hat aufgehört zu spielen. 40 Augenpaare und ein Mittelfinger blitzen mich an. „Das ist mein zukünftiger Mann“, sagt die Kroatin. „Eben musste ich beinahe unsere Hochzeit abblasen. Wegen der EM-bedingten Germanophobie unserer Schweizer Freunde.“ Kleinlaut erwidere ich, dass das Spiel 90 Minuten daure und am Ende die Deutschen gewinnen, doch da hört mir schon keiner mehr zu. Ich schleich mich. Raus und nach Hause.
Möglicherweise hatte ich doch „… die doofen Deutschen unterstützen …“ gesagt. Könnte sein. Wegen der Alliteration. Wie bei TürkenTrauma. Oder ganz einfach aus Gewohnheit.
Erlebe Emotionen. An das emontionale Vakuum nach Ausscheiden der eigenen Mannschaft wurde nicht gedacht. Wem gehört mein Herz? Den Deutschen? Den Türken?
Heute geh ich nach Basel. Du bist Deutschland. Vorbei am Security vor der Fanmeile. Du bist Deutschland. Vorbei am Migrospavillon mit der netten Bedienung. Du bist Deutschland. Vorbei an der Uni mit den kompetenten Professoren. Du bist Deutschland.
Und rein in die Dönerbude.
18/06/2008
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Ab und an entdecke ich wieder das kleine Aargauer-Rübeli-Mädchen in mir. So geschehen vor wenigen Minuten. Das Surren eines weit entfernten Rasenmähers störte mich beim Aufschieben meiner Seminararbeit. Der Rasenmäher allerdings pflügte durch den Himmel und war seines Zeichens ein Zeppelin mit dem Schriftzug der hiesigen Bank. Was freute ich mich da! Wie ein kleines Kind hüpfte ich erregt auf dem Balkon umher. Der Zeppelin kreiste dreimal über meinem Dach und aus dem Korb winkte und juchzte es frenetisch. Ich winkte zurück. Ich wartete auf die Tour de Suisse. Fehlanzeige. Ich wartete auf den Mannschaftsbus eines nationalen Fussballteams. Fehlanzeige. Der Zeppelin kreiste noch immer. Der meint also tatsächlich mich! Als glückliche Bewohnerin einer Dachetage konnte ich nun meinerseits von Fenster zu Fenster mitkreisen und glückselig weiterwinken. Ich wartete auf das Gewinnspiel, dessen Ankündigung ich vermutlich verpasst hatte. Wer es schaffen würde, den Zeppelin mit dauergrinsendem Winken und wie verrückt von Fenster zu Fenster Rasen über mehrere Runden in seinen Bann zu ziehen, dem winkte seinerseits ein ansehnlicher Geldbetrag zurück. Dieser würde dann direkt vom Zeppelin auf den Balkon abgeworfen. Ich holte schnell die blaue IKEA-Tasche zwecks Auffangen des unerhofften Sterntalerschatzes. In der Tat sank der Zeppelin mit den hübschen Aargauer Sternen nach der vierten Runde noch tiefer. Ich konnte die freudig geröteten Wangen meines Wohltäters bereits erkennen. Der Zeppelin sank noch etwas tiefer, verpasste aber die nächste Kurve und war übern Berg. Richtung Züribiet.
Danke
08/06/2008
· Gespeichert unter Fussball & andere Todesursachen, Pattis Alltag & Realsatire, Politik & Pattis Presseschau, Uncategorized · Tagged 1:0, Alex Frei, Bier, czech, EM, Eröffnungsspiel, Euro 08, Fussball, Goalie, Niederlage, Schweiz, Sieg, Torhüter, Tschechien
Ich hab eine Freundin, die hat heute Geburtstag. Sie ist Tschechin. Was gebietet die Höflichkeit in einem solchen Fall? War es denn nicht meine Freundin, die unseren Frei-stösser, unseren Goalgetter-Gott, unseren Freipass in den Finaleinzug zu Fall gebracht hat? War nicht sie es, die diverse Torchancen der Schweizer am Lattenkreuz unsanft enden liess? Hat nicht sie die Inkarnation ihres ganzen Volkes, den tschechischsten aller Tschechen vor dem Tor tänzeln lassen?
Denn, und hier beginnt der bierbittere Ernst, was soll dieser Helm? Schädelbruch? Wer glaubt denn dieses böhmische Märchen? Der Goalie ist nicht mehr als ein ferngesteuerter Zombie, dessen Synapsen verdrahtet, verkabelt, vernetzt sind mit dem Geflecht der tschechischen Seele. Er hält, was Tschechien sich verspricht. Insofern ist der Ostblock uns um Jahrzehnte voraus. Oder zumindest um ein Tor.
Der Freundin schenk ich ein schales Bier. Das schmeckt einer Tschechin möglicherweise noch weniger als uns die Niederlage. Prost.