Realsatire: Der Vater

Das Leben schreibt die besten Geschichten.

Ein Freund ist zum ersten Mal Vater geworden. Der Bärtige ist Götti. Das Kind muss nun mit viel Alkohol eingeschwemmt werden. Wenn wir schon die Wehen der Mutter nicht mittragen können, so wollen wir zumindest an den Nachwehen leiden. „Weisst du“, frage ich den den Freund, „dass man sagt, wenn die Frau bei der Zeugung auch zum Orgasmus gekommen sei, gäbe es einen Jungen?“ Der Freund überlegt einen Moment: „Dann hätte es eigentlich Drillinge geben müssen. Alles Jungen.“

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33 und kein bisschen originell

Ich habe eine Identitätskrise. Einfache Gemüter würden dies natürlich sofort mit meinem nahenden 33sten Geburtstag in Verbindung bringen, welcher am Muttertag stattfindet, ausgrechnet, und die biologische Uhr tickt etwas lauter an solchen Tagen.
Doch das ist nicht der Grund. 33 Jahre lebte ich im Glauben originell zu sein. Um jetzt einsehen zu müssen, dass ich eine billige Kopie bin. Oder noch schlimmer, dass ich kopiert werde. Unwissentlich natürlich, denn woher sollten sie mich kennen, all jene, die es gleich, aber irgendwie doch besser zu machen scheinen?
Michèle Roeten, hervorragende Kolumnistin, drischt dreist in dieselbe Bresche wie ich. Wie oft schon setzte ich mich an mein Laptop mit einer wunderbaren Idee, surfte aber noch kurz durch’s Magi, und da sah ich ihren Text. Sie hatte mir frech mein Thema geklaut und damit auch noch Erfolge verbucht. Immehin verrät sie in ihrer Kolumne, dass sie eine Schaffenskrise bei ihrer Liz-Arbeit habe. Sie, die immerhin dieselben Nebenfächer an derselben Uni studiert wie ich. Recht geschieht ihr. Hoffentlich kann sie in Bälde auch keine Kolumnen mehr schreiben.

Dann wäre da Max Küng, der andere Magi-Kolumnist. Etwas verschroben, aber liebenswert. Macht gerade mal eine 5-Tägige Fastenkur und schreibt drüber einen Artikel, als ob’s ein Wunder sei. Klaut mir meine Terminologie von wegen Fastenopfer. Phah! Mit meinen 40 Tagen kann er nicht mithalten. Ich dafür mit seinen 40 000 Lesern nicht.
Immerhin bin ich doch herkunftsmässig ein Originl. Eine Bauerntochter. Ein Landei. Wie beispielsweise Mona Vetsch. Oder Renzo Blumenthal.  Sogar diese Nische ist also bereits besetzt.

Meine übergewichtige Behäbigkeit kann ich auch nicht ausspielen.  Mike Müller macht das weit besser. Oder die Cindy von weiss ich nicht wo, die mit künstlichem Fettgewand und plattem Humor ein Olympiastadion zum Brodeln bringen kann.  Mit tatkräftiger Unterstützung von deutschen Privatsendern.

Wenigstens beim Cabaret könnte ich auftrumpfen. Als schrullige Professorin oder verklemmte Hausfrau. Aber ach: Alles schon gehabt. Acapickles und Duo Fischbach sind auch langsam vorbeit. Und was Slam Poetry angeht: In Szene-Kreisen wird sie bereits zu Grabe getragen und dieBadener haben einen Publikums-Preis-Poeten. Auf mich haben sie nicht gewartet.

Nun schreibe ich also weiterhin meine wenig beachteten Blogposts, moderiere Blasmusikkonzerte in Hinterpfupfiken und jammere über verpasste Chancen.

Vielleicht sollte ich doch ein Kind machen. Das ist zwar auch nicht sonderlich originell, aber zumindest kopiergeschützt. Ich frag mal den Bärtigen, was er dazu meint.

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PoTschaft des Tages 1

pot_patti_on_tourManche Frauen lassen sich eine künstliche Kupferspirale in die Gebärmutter setzten.
Andere tragen einen natürlichen Seismographen in der Harnblase.
Die spürens im Urin(-stinkt).
Zumindest beim Beben.
Eben.

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Fräulein Pattis Gespür für Erdbeben

03.55
Ich bin nicht übermässig abergläubisch. Die einzige übersinnliche Erscheinung, an die ich glaube, bin ich selbst. Denn ich spüre Erdbeben voraus. Nicht oft, denn ich erlebte noch nicht viele. Nicht oft, aber jedes Mal wenn’s bebte in meiner Nähe.  Nicht wetterfrosch-schmöckerisch, wie die vom Muotatal.
Ubewusst. Unterbewusst. Lustig eigentlich, dass Unterbewusstsein und Übersinnlichkeit, ein verbales Gegensatzpaar sondergleichen, sich so sonderbar nahe stehen.
Fräulein Pattis Gespür für Erdbeben äussrt sich ganz und gar undramatisch. Es hat dieselben Symptome wie exzessiver Kaffeekonsum. Schlaflosigkeit, erhöhter Puls, Wachträume von der verpassten Kabarett-Karriere wegen verspäteter Eingabe eines Kulturprojekts bei der Komission. In dieser Phase ahne ich noch nichts.

Doch dann kommts. Der Herzschlag tanzt Chachaccha. In den Zehen beginnt ein seltsames Kribbln, welches sich über den Unterleib bis zu den Haarwurzeln ausbreitet. In diesem Moment weiss ich es: Es wird ein Erdbeben geben. Und ich warte darauf, sehne, rufe, erbettle es herbei, damit es schnell vorüber gehen möge, denn man weiss ja  nie, und Italien ist nicht weit, und sogar in der Schweiz sind die Häuser nicht für die Ewigkeit gebaut. Einige Sekunden später rollt das Grollen heran, der Boden unter den Füssen wird mir weggezogen, die Erde rüttelt und schüttelt sich, ich zittere wie Espenlaub, mein Puls rast. Stärke 3, Richterskala. Das Jüngste Gericht.
Vorbei.
Überlebt.

Die Welt leidet an Parkinson. Und epizentrisch, wie ich bin, bilde ich mir ein, (mit-) schuld daran zu sein.

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Selten soviel Schwein gehabt!

schweinegrippe_1_mai_kleinBaden im Glück“ lautet der Werbeslogan eines Casinos, das zwar durchaus in Baden steht, aber durchwegs von Zürchern besucht wird.
Schweinegrippe“ lautet der Name des neuesten Globalisierungsproduktes, welches ebe(r)nfalls den Luftweg in unser beschauliches Bäderstädtchen gefunden hat.  Schweine sollen davon nicht betroffen sein. Schwein gehabt.
Bildungskleeblatt“ lautet der Name der aargauischen Bildungsreform, welche uns gleich vierfaches Bildungs-Glück verheisst, bei der aber keine Sau wirklich weiss, worum es geht. Saumässig präsent ist nur die SVP, unsere neue Bildungspartei, welche, wie könnte es auch anders sein, auch gleich den Bildungsdirektor stellt. Der ist tatsächlich ein armes Schwein, denn er sollte durchboxen, was seine eigene Partei als Bildungskaktus verunglimpft. Mit viel Polemik, mit schweineteuren Plakat- und Briefkastenkampagnen will sie die Reformen verhindern. Sie verschweingt dabei, dass jede Reform in erster Linie sauteuer ist. Der wahre und einzige Grund, dass sie dagegen ankämpft wie ein wildgewordener Eber. Eine Sauerei ist das.
Wer von so viel Glück umgeben ist, sollte sich des Lebens freuen. Aber heute ist 1. Mai. Da möchten wir gerne protestieren.  Doch die Welt hat sich ins Gegenteil verkehrt. Rechts aussen ist die Sau los, gehen Partys ab. Die Sozialisten im Städchen braten derweil  Schweinsbratwürste, spielen Heimatlieder im Bierzelt und stellen sich auch sonst recht bieder an. Die Bildungsreform ist ihnen gerade mal 200 Plakate wert, einen Monat nachdem ihr die SVP den Kaktus in den Garten gesetzt hat. Ein Althippie, schmutzig wie ein Ferkel, verteilt Ansteckknöpfe und grunzt ein unfreundliches Danke.
Da sind mir die Linksautonomen lieber, auch wenn sie randalieren wie Wildsäue. Wenigstens läuft da was.
Die richtige Garderobe liefert die H1N1- Pandemie gleich mit.

Vermummt euch! Im Namen des Schwarzen Blocks!  Im Namen der Kapitalisten- und Kommunistenschweine! Im Namen Allahs und der Schweinefleischabstinenzler! Im Namen der Globalisierung!

Und wer Schwein hat, bleibt von allem Genannten verschont.

Viel Glück!

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Influenza H1N1

Bild 1: ohne Schwein , ohne Grippe
Bild 2: mit Schwein, ohne Grippe
Bild 3: mit Schwein, mit Grippe (sieht irgendwie am sympathischsten aus)

pot_patti_on_tour

schweinegrippe

schweinegrippe_h1n1

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xSÜNDEr: Patti, die FastENDE

Vorher-Nachher. Aber Vorsicht: Nach dem Fasten ist vor dem Fast-Food.
Jä, jo, seufzt der Basler.  Jojo, seufzt Frau Basler.patti_vorher_nachher


Es ist vollbracht. Der Palmsonntag wedelte im frühlingshaft grünen Kleid das Ende der Fastenzeit ein. Meine Weltanschauung darf nun endlich wieder satirisch werden. Die letzten 40 Tage war sie so unpraktisch anorektisch.
Die letzten Tage hätten ein Fasten-Fest werden sollen, mein Körper eine Fasten-Festung, gewässsert, gegossen, schlank und rank wie eine Zierpflanze im Wassertank. Der Wassertrank liess mich auch tatsächlich vegetieren. Aber die Bewusstseinerweiterung kraft Speisezettelverschmälrung blieb aus.
Mein Gelegenheitslover, der Zahnarzt, zwang mich gezuckerten Vitaminsaft zu trinken, bevor er zur Sache ging. Er wollte verhindern, dass ich umkippte, wenn er seine grosse Spritze auspacken und mir mit voller Wucht ins geschundene Zahnfleisch rammen würde. Das Gegenteil war der Fall. Die Spritze wirkte nicht und ich schlug beim ersten Bohrerkontakt den neuen Zahnarztstuhl in Trümmer. Nachdem er dann zwei weitere Ladungen abgespritzt hatte, kam es endlich. Das Flash. Glückseligkeit. Der Mund blieb 24 Stunden taub.
Und danach: Das grosse Fressen. Das Fastenbrechen. Fressen bis zum Fast-Erbrechen.


37. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26kg
Zum leiblichen Wohl: Wasser
Zur Leibesertüchtigung: Rücken-, Bauchmuskulatur-Training
Sünden: Der Schönheitsschlaf dauerte bis in die Mittagsstunden

38. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib: 25kg
Zum leiblichen Wohl: Wasser, etwas Amalgam aus der alten Zahnfüllung
Zur Leibesertüchtigung: Rücken-,Bauchmuskulatur, Kampfsport im Zahnarztstuhl.
Sünden: Mein alljährlicher Oralsex mit dem Zahnarzt, der mehr und mehr sado-masochistische Züge annimmt.

39. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib: 24,5kg
Zum leiblichen Wohl: Wasser
Zur Leibesertüchtigung: Rücken-, Bauch-, Bein-, Walking- (aber ohne Gehhilfen), und Velotraining. Quasi ein Triathlon mit Trockenschwimmen
Sünden: Ich fluchte, weil die Wasserkur gar nichts brachte und ich freute mich aufs Essen. Träumte von Kartoffeln und Teigwaren und überhaupt.

40. Tag
Tagesbilanz:

Zu viel Speck am Leib: 24kg
Zum leiblichen Wohl: ESSEN. Richtiges, feines, göttliches Manna. Griechischer Salat, direkt vom Olymp! Feta-Käse! Oliven! Wahnsinn! Erdbeerjoghurt! Ratatouille! Tomatensauce!
Zur Leibesertüchtigung: Magen- und Darmmuskulatur übrstrapaziert. Das Monstrum von Home-Trainer, das die Nachbarn im Keller stehen haben, eigenhändig 4 Stockwerke nach oben geschleppt und während Giaccobo & Müller immer feste getreten.
Sünden: Die Sünden liegen vor allem in der Zukunft. Freuen wir uns auf die Ostereier und den liebgewonnenen, alten Jojo-Effekt. En Guete.

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xSÜNDEr mit Patti: FAST EiN TAGEBUCH 12

fasten_301Die Wasserkur

Beat Schlatter hat gerade mal 10Kilogramm abgenommen und das war den grössten Tageszeitungen des Landes eine Schlagzeile wert. Weichei. Nächste Woche werde ich mein Fastenopfer beenden und mehr Kilogramm verloren haben als die SP Wähleranteile. Trotzdem werde ich noch so aufgeblasen und übergewichtig sein, wie diese andere Partei. Nur dass ich zwischen meinem S und meinem P kein Volk, sondern nur schwabblige Manipuliermasse habe. Zugegeben, der Unterschied ist minim.
Was haben mir doch nicht all die gelegentlich fastenden Hausfrauen und Lifestyle-Tussis (Männer hatte es interessanterweise keine dabei) erzählt: Nach drei Tagen komme das High, es sei spirituell, meditativ, eine Bewusstseinerweiterung. Bisher habe ich herzlich wenig davon verspürt. Bisher habe ich auch nicht wirklich gefastet, sondern mich lediglich flüssig-vegan, kohlenhydrat- & eiweissfrei ernährt.
Wenn ich mich schon quäle, will ich aber zumindest den Rausch. Heute beginnt meine Wasserkur. Erlaubt ist: Wasser. Wasser mit Kohlensäure, Wasser mit Aroma, ungesüsster Tee, ungesüsster schwarzer Kaffee und vielleicht nehme ich noch Coke zero dazu.  Ein bisschen Lifestyle muss sein.

Ich melde mich, sobald ich das Flash verspüre. Schliesslich sind die wilden Jahre mit illegalem Drogenkonsum vorbei. Mal schauen, was die Gesundschrumpfung diesbezüglich zu bieten hat.

35. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26kg
Zum leiblichen Wohl: egal, was es war, es war zu viel.
Zur Leibesertüchtigung: Rücken, Bauch, Beine trainiert
Sünden: Auch Gemüse kann man zu viel essen

36. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26kg
Zum leiblichen Wohl: Gemüsesuppe mexikanisch
Zur Leibesertüchtigung: Rücken, Bauch, Beine
Sünden:
Irgendwie habe ich die Lust am Fasten verloren. Ich will was zu beissen. Ab morgen gibt’s Wasserkur.


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xSÜNDEr mit Patti: FAST EiN TAGEBUCH 11

fasten_3011 Fragen an eine Fastende, die mit ihrem Fastenlatein fast am Ende ist

1. Ist es nicht nur am Anfang schwer und dann immer leichter?
Das einzige, was leichter wird, ist mein Körpergewicht. Ich esse gerne. Ich liebe den Duft von frisch gebackenem Holzofen-Bauernbrot. Der Verzicht auf Verkostung desselben fällt mir bei jedem Mal schwerer.
2. Ist Fasten meditativ?
Etwa so meditativ wie der immer flüssiger werdende Stuhlgang.
3. Hast du keinen Hunger?
Hast du keinen Verstand? wäre die einzig vernünftige Gegenfrage darauf. Natürlich hab ich Hunger. Aber das haben Millionen anderer Menschen auch. Im Gegensatz zu mir jedoch unfreiwillig. Kein Grund für Mitleid also.
4. Fastet der Bärtige auch mit?
Menstruiert er mit mir? Teilt er mein PMS? Enthaart er sich die Beine? Wird er dereinst mit mir Presswehen ausstehen? Die Antwort ist: Nein.
5. Schlägst du aus der Familie, dass du so dick geworden bist?
Mein Vater ist Landwirt und verbraucht pro Tag ca. 6000 Kilokalorien. Meine Mutter und meine Schwestern fasten bereits, seit sie nicht mehr an der Schoppenflasche hängen. Ich habe mich ernährungstechnisch leider immer an meinem Vater orientiert.
6. Trinkst du nur Wasser?
6 Wochen lang? Würde ich das überleben? Ich bin eine arbeitende, studierende, haushaltende, schreibende, aktive Person. Noch lebe ich.
7. Fasten und gleichzeitig aufhören zu rauchen, geht das?
Es muss wohl. Was wäre schon ein Fasten, wenn man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben wollte und die eine Sucht mit der anderen substituierte? Katholischerweise müsste ich sogar noch auf ganz andere Genüsse verzichten.
8. Fastest du aus spirituellen Gründen oder willst du auch abnehmen?
Diese Frage an eine 100kg-Frau gerichtet ist etwa genauso überflüssig wie ihre 35kg Übergewicht.
9. Hast du wirklich eine Darmspülung gemacht?
Heisse ich wirklich „on tour“ mit Nachnamen?
10. Macht es dir nichts aus, den anderen beim Essen zuzuschauen und selber nichts zu essen?
Sie mussten mir wohl auch genügend oft beim Essen zuschauen, während sie nichts assen. Sonst wäre es nicht so weit gekommen.
11. Ist es geschickt, während des Fastens Engagements anzunehmen, bei denen die Verpflegung Teil der Gage ist?
Nein.

28. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Gibt es eigentlich irgendein Gemüse, das sich nicht zu Suppe verkochen liesse?
Zur Leibesertüchtigung: Brav morgens und abends mein Rücken- und Bauchmuskulaturtraining absolviert.
Sünden: Teigschüssel ausgeleckt

29. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26,5kg
Zum leiblichen Wohl: Rohkost mit Essig
Zur Leibesertüchtigung: Bauch-Rücken-Beine: Ich hab da ja Muskeln, vo denen ich gar nichts wusste …
Sünden: Nebst Essig ist mir das eine oder andere Tröpfchen Olivenöl auf die Salatblättchen gerutscht.

30. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26 kg
Zum leiblichen Wohl: Saft, Früchte und zuckerfreie Masse (Pudding oder Crème-Ersatz)
Zur Leibesertüchtigung: Mein neu aufgenommenes tägliches Bauch- und Rückentraining
Sünden: Lifestyle-Weight-Watchers-Dessert-Produkte gehören, wenn auch kalorienereduziert, nicht unbedingt in die Fasten-Palette …

31. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 26kg
Zum leiblichen Wohl: Salatbuffet …
Zur Leibesertüchtigung: B.-R.-Training, schweisstreibendes Unterrichten samt Elterngesprächen
Sünden: Indische GemüseCREME-Suppe. Mhhh. In Indien wäre dies bestimmt keine Sünde. War schliesslich kein Rindfleisch drin.

32. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 25,5kg
Zum leiblichen Wohl: Siehe Sünden
Zur Leibesertüchtigung: B.-R.-Training, Beschwerliche Reise aufs Land
Sünden: Was soll man denn bitteschön anderes tun, als sich zu versündigen, wenn man eine kulinarische Reise moderiert und liest und der 6-Gänger Teil der Gage ist?

33. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 25,5kg
Zum leiblichen Wohl: Bouillon, Salat, Apfelcurrysuppe
Zur Leibesertüchtigung: B.-R.-Training, zu Bett bringen (d.h. erstmal eine halbe Stunde Fangis spielen) von Neffe und Gottimädchen. Die Ausdauer von Kindergärtlern ist ncht zu unterschätzen!
Sünden: Hab für meine Verwandtschaft gekocht und musste natürlich probieren …

34. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 25kg
Zum leiblichen Wohl: siehe Sünden
Zur Leibesertüchtigung: B.-R.-Training
Sünden: siehe zum leiblichen Wohl

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xSÜNDEr an EQUINOX II: Slam Poetry

fasten_30_equix1Für Tagesbilanzen von Tag 20 – Tag 24 bitte HIER klicken!

Gestern war Frühlingsanfang mit Sonne und Schnee, heute ist Equinox, Tagundnachtgleiche; Tag und Nacht halten sich die Waage. Meiner Waage fällt die Arbeit täglich leichter. Fast Fastenhalbzeit. Equinox, die Band, hat ihre CD getauft. Als Gotti durfte ich meinen Senf dazu reimen und die Bandgeschichte in Form von Slam-Poetry erzählen:
(Teilweise nur für Insider verständlich, bitte laut und schnell lesen!)

Bandgeschichte von EQUINOX

Biit
gimme the Biit, Biit
gimme the Biit, Biit
gimme the Biit, Biit

Sie singt,
sicher, silberhell, es klingt
wie flüssiger Mond-schein-t
wie die So- ne -tte Sonette,
Du-, Quar- und Quintette,
sie sang,
es klang
so jung, so schön
so-lo?

So locker schwang er die Hüfte,
Dickli -ch war er nie,
Kaugummikauend kannte ihn Die Clique ,
nannte ihn Kau-Boi,
treu
wie ein Pudel und genauso gelockt
lockt er geschickt
Töne aus der Pia
und dem Pia-no-ch ist er zu haben.

Diese Gaben
Talente, erkannten sie,
waren DMS, Diplom- Musik-Schule-Bekannte,
bekannten und taten sich zusammen,
zum Katzenjammer-jammen,
kammer-Musikalisch Muskeln anspannen

Sie duettierten sich,
verirrten sich,
stiegen hoch, sangen und sanken tief
auf Hochzeiten,
um auf der Plüschbank die Ewige Liebhudelei
mit Gedudel
zu begleiten,
eigene Liedzeilen zu bestreiten
war ein Ziel-sicher
war der Blick
von Dick-lieber als alles machte er Musik
mit Biit Bereut-er-es?

Tut er nicht,
denn man verspricht,
verschreibt sich dem Rock,
dem folk, dem Blues.
Freedom’s just another word for nothing left to lose
,
nothing but the Biit, sang Biit
von Bobby,
später mit Robby
an der Seite und an den Saiten,
Saitenmassierend,
bassistierte Ti-na-ch und nach entstand,
fand sich,
und verband sich
eine Band.
Happy End?

Noch nicht,
noch sorgten sorgenvolle Texte
dafür, dass man Bier exte
und in pathetischer Em-Pa-Thie
das erste Publikum verhexte,
bevor man Segel Richtung Süden setzte.

Dort ankerte, schlank und rank
auf einer Sandbank
die adriatische Barkasse,
Ein Boot gemacht
aus Tag und Nacht,
Equinox, 12 Stunden Schlaf,
danach 12 Stunden wach,
krass,
lachende Gestalten durchwachten die Nacht,
machten Kalbereien und sich spasseshalber nass!
Ach! Equinox, als Name, das wär doch was!

Ein Boot bot sich an als Bootschaft,
in Seenot schafft
man vieles gemeinsam,
gemein sangen die sirrenden Sirenen,
doch einsam dagegen
sang ein kec-ker-Stone in der Brandung!

Dann die Landung,
die gelang und
ein Vogel sang,
damit die Kasse klang, und
die Sammlung
von Hits und Gigs am Mike
machte musikalisch-schöne Töne
und als Master of Disaster
rast er
wie ein Vater für die Söhne
an Konzerte,
masterte
und meisterte Bass
und Mathias,
Pia-no und Pio-noch an der Klampfe,
Hänys Schlagzeug-Gestampfe,
Hahnen-Kämpfe
gab es nicht,
schlicht, Aus
-tritte,
bitte,
bleibt doch noch im Boot,
doch noch ist Equinox nicht tot,
segelt ins Abendrot
und findet Nord-Licht am Horizont,
an der gegnerischen Front,
denn als wäre es ein Freud’scher:
der Rettungsanker war ein Deutscher.

Carst-endlich eine nord-seebär-brummende Base,
das ist Casi
eine Basis, quasi
auf der das immer schwimmende Boot
nicht zu sinken droht,
dröhnend, fehlt jedoch noch ein Pochen, ein Puls,
der tönend zwingt,
der Blut zum Kochen und die Groopies zum lachen
oder stöhnen bringt.

Frischer Wind,
Vento
fresco,
Franco, Francesco
wie Rotbart
Lorusso, harrt er hart am Wind,
ohne Teutonen-Gehabe,
nicht einfach ein Schwabe,
nein einer mit einer Schlag-Hand-Habe-Gabe

But there is still no CD
jedoch ein hoch vergrippter High Grip Sidi
kein Abdel Assar von El Hama,
kein Drummer,
es ist Sidi ed-El-Krasser-E-Gitarre-Schrammer.
Der Hammer als Jammer
und ein Traum für jeden Poetry-Slammer

Dann ging es DownTown
zu downdown-en weich verhandelten sie
verwandelten sie
die Klänge und Gesänge,
wie das keinem andern Bär
so Lüc-kenlos famos
für wenig Moos
gelänge

Die Tour fuhr,
die Ton-Spur
führte nicht in versiffte Pubs,
man Dampfschiffte
und KiFFte
sich durch Kultur- und
Promi-Clubs,

Schwupps,
fischen wir,
erwischen wir,
mitten in der Rede,
eine CD
aus dem Nebel,
setzen alle Hebel
in Bewegung,
denn nun kommt die heutige Musik-Szenen-Belebung!
Musik spült an unsere Gestade
und beendet die Maskerade,
So nicht,
Sonne, Mond zeigt euer Gesicht!

Bisher stumm,
das Publikum,
ihr habts erraten,
ihr seid heut Sauf- und Taufpaten,
Erster Maat in Wort und Taten,
mit euch, nicht mit irgendeinem gemeinen Gesocks,
mit euch
taufen wir Equinox
saufen wir im Ex-Inox,
denn Equinox zog’s ins Ex-Inox,
in der Nacht vor der TagundNachtgleiche
und wir weichen
hier als Gast nicht,
bevor der Mast bricht.
Noch steht der Mast, fliesst der Most,
frisst noch nicht der Rost,
noch ist das Glück uns zugelost,
Noch findet jeder, der gern staunt, im Sound Trost,
doch gleich ist die Sau los,
und bevor der Applaus tost,
stosst an, im Namen des Godfathers of Music!
EQUINOX tauf ich dich
getrost,
und dann besauf ich mich.
Pr
ost!

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