Prügelt die Lehrer: Herr Sommeregger am 1. Mai
Heute feiert sich das Proletariat. Die Dummen und die Faulen, die es zu nichts gebracht haben, lassen ihrer Wut über sich selbst freien Lauf. FCZ-Fans, die sich immer noch als Underdogs der Nation verstehen. Linke, bei denen es sonst so grauenhaft verkrampft und intellektuell zugeht. Niemand hiess sie, die verarmten Akademiker, ein Phil I -Studium absolvieren. Im besten Fall ist man danach ein besserer Mensch. Im schlechtesten Fall wird man Lehrer. Und als solcher ist man das ganze Jahr der Prügelknabe. Da greift der Herr Sommeregger gerne mal selber zum Ziegelstein. Denn der Sohn vom BMW-Garagen-Besitzer hat ihn so dermassen ausgebrannt, dass Herr Sommeregger jetzt psychiatrische Hilfe braucht, den Lehrerberuf am liebsten an den Nagel und sich selbst beinahe ins Treppenhaus gehängt hätte. Ja, Herr Sommeregger, in unserer liberalen Welt ist man selber schuld, wenn man zu wenig Geld verdient, um selbst einen teuren BMW zu fahren.
Nur dieses Jahr bewachen leider die Hells Angels die BMW-Garage. In der linken Hand einen vom Aussterben bedrohten Cervelat in der rechten ein anderes Phallus-Symbol: Eine Waffe, eine Maschine, eine Frau.
Und Sommeregger steht da mit seinem Ziegelstein. Er sieht sie, die bärenstarken Männer, die glänzenden Maschinen. Und plötzlich bleibt die Zeit stehen. Er sieht sich selbst: Easyrider, er, Sommeregger und die grosse Freiheit, wie er nach Westen fährt, in den Sonnenuntergang. Noch bevor sein Finger das glänzende Metall berührt, das zu streicheln er vorhat (den Ziegelstein in der Hand hat er komplett vergessen), hämmert ein Gummiknüppel auf seinen Schädel.
Krankgeschrieben für zwei weitere Wochen. Hallelujah!
Dass Auffahrt und der erste Mai dieses Jahr zusammenfallen, scheint Programm zu sein. Die einen lassen Christus, die anderen die längst tote Arbeiterbewegung auferstehen.
Während in den protestantischen Städten die rote Fahnen, blutige Fäuste und das Arbeitsethos hochgehalten werden, bereitet sich der katholische Pfarrer auf den Auffahrtsgottesdienst vor. Ein katholischer Pfarrer hat weder versteckte Kinder noch Leichen im Keller. Nein, er hat Ministranten in der Sakristei und das reicht ihm auch völlig. So gesehen ist der erste Mai auch der Tag der Kinderarbeit.
Sie defilieren am Umzug, sie predigen im Iran, sie nähen CS-Bälle in Pakistan, sie trainieren in China für Olympia 2020, sie spazieren nicht nur als psychologische Betreuer mit den Fussballern aufs Feld, nein sie stehen diesen auch in der Garderobe dann und wann zur Verfügung, sie sorgen dafür, dass unfähige Lehrpersonen abgesetzt werden, sie veränderten am 1.Mai das Stadtbild und betätigen sich auch noch gleich als Handy-Kameramann.
Man sieht sich auf youtube. Und für den pädophilen Priester hat’s sicher auch noch was im Netz! Amen.



